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Gedanken zur Jahreslosung

Gott spricht: „Siehe ich mache  alles neu“

Offenbarung 21,5

Liebe Brüder und liebe Schwestern,

wenn auch ein bisschen verspätet, so möchte ich euch/Ihnen für das Jahr 2026 alles Gute wünschen. Gesundheit und Zufriedenheit, Glück und Erfüllung – aber ganz besonders möge Gottes Segen auf allen Wegen und bei allem Tun bei Ihnen sein.

Jedes neue Jahr ist wie ein weißes Blatt Papier – unbeschrieben und unbenutzt und irgendwie hoffen wir doch immer wieder, dass ein neuer Anfang machbar ist. Vielleicht gab es auch gute Dinge und Entwicklungen im alten Jahr. Vielleicht war da aber auch viel Schmerz, viele Sorgen, Ausweglosigkeit, Angst oder Schuld. Was gut war sollten wir bewahren und mitnehmen. Wunden müssen heilen, Sorgen und Ängste lassen sich nicht einfach abschütteln. Manchmal braucht es dafür auch Hilfe von außen, die man suchen und annehmen sollte. Schön wäre es ja, wenn jemand meinen „Resetknopf“ drücken würde und alles neu beginnen könnte.

Wie in jedem neuen Kalenderjahr, so gibt es auch für das Jahr 2026 wieder eine Jahreslosung. Das ist eine gute Tradition, die es schon seit über 95 Jahren gibt. Damals wollte man in schwierigen Zeiten ein klares biblisches Zeichen setzen. So wird heute durch eine ökumenische Arbeitsgemeinschaft drei Jahre im Voraus ein Bibelvers ausgewählt, so dass Christen einen gemeinsamen Leitvers für das gesamte Jahr zur Hand haben.

Der Leitvers für 2026 ist aus der Offenbarung entnommen. Die Offenbarung des Johannes von Patmos ist in der Bibel als letztes Buch zu finden. Johannes hat die Zerstörung seiner Heimat durch die Römer erlebt. Der Tempel ist gebrandschatzt und ausgeraubt. Christen werden konsequent von den Besatzern verfolgt. Aus Verzweiflung flieht Johannes auf die Insel Patmos. Dort findet er Ruhe zum Schreiben. Er beschreibt die Zustände in seiner Heimat. Er benutzt Bilder, die in seiner antiken Zeit verstanden worden. Seine Worte sind inspiriert. Er klagt nicht nur an; er hat eine tiefe fundamentale Hoffnung, dass eine neue Zeit anbrechen wird.

Dass der Gott der Liebe und der Barmherzigkeit, der selbst als Mensch auf dieser Erde gelebt, geheilt und gepredigt hat, weinen und leiden musste, gefoltert und getötet wurde und auferstanden ist und lebt, diese Erde verwandeln wird aus einem Chaos von Not, Elend, Machtmissbrauch, Kriegen, Zerstörung und Tod in ein Reich des Friedens und der Freude, des Lebens und der Herrlichkeit.

Johannes hört Gottes Wort: „Siehe ich mache alles neu.“ Es wird nichts bleiben, was euch niederdrückt, euch das Leben so unendlich schwer macht. Es wird eine Zeit anbrechen in der Gott alle eure Tränen abwischen wird. Euer Schmerz und alle eure Leiden, selbst die größte Todesangst werden Vergangenheit sein. Eure Freiheit wird Realität! Endgültig, für immer!

Das ist seine Botschaft, die er den Menschen damals und uns heute geben will. Es sind Gottes Worte, die er hört und niederschreibt.  Und Gottes Plan ist unumstößlich.

„Siehe ich mache alles neu.“ Das ist uns auch heute zugesagt. Gott verspricht bei den Menschen zu wohnen. Das tut er bereits jetzt in jedem und jeder.

Hören wir seine Stimme? Können wir uns einlassen auf das, was er uns ans  Herz legt? Werden wir tätig, wenn es um die Liebe geht, die Jesus uns vorgelebt hat? Lassen wir uns verwandeln von ihm und können Hass, Egoismus, Neid, Selbstsucht,  Habgier ablegen und stattdessen dem vertrauen, der unsere Wege so wunderbar leiten möchte?

Lasst uns untereinander Frieden stiften, lasst uns Gemeinschaft bauen, lasst uns aufstehen gegen Ungerechtigkeit, gegen jede Art von Gewalt und Zerstörung! Lasst uns unsere Hoffnung und unseren Glauben bewahren! Solange wir Gott in unseren Herzen spüren, werden wir auch in diesem Jahr getrost leben.

Das wünsche ich euch! Bleibt behütet!

Uta Baumfelder

Monatsspruch Oktober 2025

Jesus Christus spricht: Das Reich Gottes ist mitten unter euch. Lukas 17,21

Liebe Brüder, liebe Schwestern!

In einem Abendlied im evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 490 heißt es in der dritten Strophe:

„So mögen Erdenreiche fallen, dein Reich, Herr, steht in Ewigkeit und wächst und wächst, bis endlich allen das Herz zu deinem Dienst bereit.“

So viele Weltenreiche hat unsere Erde im Verlaufe der Zivilisation schon erlebt. Imperien wuchsen, hatten lange Zeit Bestand und sind schließlich alle untergegangen. Aus der Antike sind uns  große Weltreiche überliefert. Das Babylonische Reich existierte von 626 bis 539 vor  Christus. Unter König Nebukadnezar, der uns im Alten Testament begegnet als Eroberer und Zerstörer von Jerusalem, wurde das Reich stark. Doch nach seinem Tod zerfielen die stabilen Strukturen und die Perser hatten leichtes Spiel, Babylon zu erobern. Das Perserreich, das um 500 vor Christus existierte gilt als das größte der Antike, denn es hatte ca. 44% der Weltbevölkerung unter sich. Auch das Reich des Alexander des Großen im 4. Jahrhundert vor Christus war durch seine Eroberungszüge sehr groß, zerfiel aber auch nach seinem Tod. Das antike Griechenland existierte von 800 bis 30  vor Christus. Stadtstaaten wie Athen und Sparta entstanden. Die Grundlagen der Demokratie, der Philosophie und der Wissenschaft und der Kultur wurden entwickelt und prägten die europäische Zivilisation. Das Römische Reich war das größte Weltenreich nach seiner Ausdehnung, denn es umfasste drei Kontinente. Es existierte zwischen 200 vor Christus bis 476 nach Christus. Vieles aus der hat die Zeit überdauert. Geblieben sind Straßen, Aquädukte, Kolosseum, Amphitheater. Romanische Sprachen sind in Europa entstanden. Latein wird in der Schule unterrichtet und ist für Biologie und Medizin notwendig. Recht und Staatswesen in Europa sind vom römischen Recht geprägt. Das Römische Reich mit seinen vielen Sprachen, Völkern, Religionen war nicht nur eine Gesellschaftsform, sondern die Idee eines grenzenlosen Reiches. Dennoch zerfiel es in zwei Teile, als ein germanischer Heeresführer den letzten Kaiser absetzte.

Viele weitere große Weltenreiche folgten. Das Mongolenreich unter Dschingis Khan war das größte zusammenhängende Reich der Weltgeschichte. Das größte Reich der Welt mit Kolonien auf der ganzen Welt war das Britische Empire zwischen 1920 und  1936 mit 35 Millionen Quadratkilometer Fläche.  Die Liste der Weltenreiche ließe sich weiter fortsetzen, denn auch in unserer Zeit und unserer neueren Vergangenheit haben immer wieder Staatsoberhäupter versucht sich zu etablieren. Auch was gegenwärtig geschieht zwischen den sogenannten Großmächten gehört in diese Kategorie.

Als Jesus die Frage von den Pharisäern nach dem Kommen des Reiches Gottes gestellt bekommen hatte, war da eine große Sehnsucht zu spüren. Auch damals gab es große Erwartungen, Gedanken, Vorstellungen und Wünsche. Das Reich Gottes muss doch irgendwie greifbar, sichtbar und vorausschaubar sein! Eben so wie alles, was uns täglich umgibt. So wie eine Prognose, so wie unser Wetterbericht, der heute ziemlich exakt dank wissenschaftlicher Methoden erstellt wird. Oder so wie die jährliche Vorausschau der Wirtschaftsweisen zur Entwicklung oder zur Rezension der Wirtschaft. Oder wie die Erstellung von Szenarien über die  Auswirkung des Klimawandels. Wir wollen doch unsere Zukunft planen oder noch besser vorhersehen! Ungewissheit erzeugt doch Angst! Angst lähmt und macht uns kaputt. Wie sollen wir leben ohne gesicherte Zukunft?

Jesus redet vom Reich Gottes – eigentlich immer solange er als Wanderprediger in Galiläa und Judäa unterwegs ist. Er erzählt den Menschen in Gleichnissen wie das Reich Gottes ist. Etwa das Gleichnis vom Senfkorn, das so winzig klein ist. Aber wenn es zu keimen beginnt und wächst, dann wird es so groß, dass Vögel auf seinen Zweigen wohnen. Auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der es satt hatte, auf dem Hof seines Vaters zu schuften und lieber sein Erbe in der Welt verprassen wollte. So tat er und als das Geld aufgebraucht war, wusste er  sich nicht anders zu helfen, als nach Hause zurück zu kehren und den Vater reumütig zu bitten, ihn als Knecht einzustellen. Aber der Vater vergab ihm und er feierte ein großes Fest, weil sein verloren geglaubter Sohn zurückgekehrt war.

In der Bibel gibt es noch viele weitere Hinweise, wie Gottes Reich sein wird. Aber Jesus sagt auch, dass es nicht möglich ist, das Reich Gottes im Voraus zu bestimmen, weil menschliche Erkenntnis dabei an ihre Grenzen stößt. Er sagt aber vom Reich Gottes auch, dass es bereits mitten unter den Menschen ist. Gottes Wirken in dieser Welt ist immer wieder erfahrbar. Wer Jesus nachfolgen kann, der baut direkt mit am Reich Gottes auf Erden.  Nicht erst in ferner Zukunft, sondern schon jetzt und hier. Eingeladen sind jedenfalls alle Menschen, weil Gott seine Geschöpfe über alles liebt. Dort wo Gottes wirken in dieser Welt sichtbar wird, da beginnt das Reich Gottes sich zu entfalten.

In unserem monatlichen Friedensgebet haben wir kürzlich ein wunderschönes Lied gesungen. Darin heißt es:

Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen…

Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken…

Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden…

Da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Ich wünsche Ihnen und euch von Herzen eine wunderbare Herbstzeit!

Ihre/ eure Uta Baumfelder

Monatsspruch Juli 2025

Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!

Philipper 4,6

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

Vielleicht erinnern sich die Älteren unter uns an einen Ohrwurm, den Peter Alexander in einer Filmkomödie aus dem Jahr 1960 gesungen hat: „Ich zähle täglich meine Sorgen, denn ich sorg mich sehr.“ Da geht es darum, dass man dem anderen, den man so lieb hat, auch genug Gegenliebe aufbringen kann, damit es für ein Zusammenleben auch ausreicht. Oder ist die ganze Liebesgeschichte nur auf Sand gebaut und es reicht nie und nimmer für ein ganzes Leben? Wird ein anderer kommen und ein besserer Liebhaber sein? Und was soll ich tun, um dir zu gefallen, damit du mich auserwählst? Und was muss ich selbst tun, damit ich dir für ein ganzes langes Leben deine Erwartungen erfüllen kann?

Absolut antiquiert! So tickt doch kein Mensch heute mehr! Vielleicht hast du Recht. Vielleicht war diese gentlemanlike Zeit doch nicht so lange her.

Sorgen zu machen, um den und um das was man liebt, das ist doch völlig zeitlos.  Auch wenn wir in der herrlichen Sommerzeit und Urlaubszeit alle Sorgen und Probleme zu recht in die äußerste Ecke stellen und einfach die Zeit genießen möchten. Jeder braucht diese Auszeit aus dem hektischen und zehrenden Arbeitsalltag. Urlaub soll gelingen. Alles tut man, damit die wenigen Tagen erfüllt sind mit Zufriedenheit und Glück, mit Entspannung und mit dem was man so gern hat. Das Meer, die Berge, die Ruhe, die Herausforderung – alles was ihr so liebt, das sei euch von Herzen gegönnt.

Manchmal aber ist alles nicht mehr normal. Manchmal sind Sorgen täglicher Begleiter. Manchmal ändern Sorgen den ganzen Lebensablauf. Dann spätestens weißt du, dass Sorgen sich nicht loslösen lassen vom Leben. Sondern zum Leben dazu gehören. Und wer kann schon sagen, dass er sich keine Sorgen gemacht hat in der letzten Zeit?  Das wäre ganz und gar weltfremd. Selbst wer im Moment keine persönlichen Sorgen kennt, wird sich unwohl fühlen,  wenn er an die ganze politische Weltsituation denkt und tägliche Nachrichten verkraften muss. Wird das Auf(trump)fen von Führerpersönlichkeiten eine gute Wende noch bringen können? Oder wird Krieg unser tägliches Brot werden? Wird der Klimawandel uns in eine unkontrollierbare Lebenssituation bringen? Was bringt der Führungswechsel in der deutschen Politik? Wird es den Führungsnationen gelingen, die Kontrolle über die ganze Welt zu erringen?

Du kannst dich nicht abschotten von den Problemen. Du kannst auch nicht auf Dauer wie die drei Affen nichts hören, nichts sehen, nichts sagen und den Kopf in den Sand stecken.

Sich sorgen gehört zum Leben dazu. Sich zu kümmern und vorzusorgen ist wichtig und notwendig. Das muss jeder von uns tun. Aber sich um alle möglichen Dinge ständig den Kopf zu zerbrechen, sich alle möglichen schrecklichen Dinge vorzustellen das erzeugt negative Gedanken, die das Leben zur Hölle machen. Und das ist nicht gottgewollt!

Das meint Paulus, als er  im Brief an seine Gemeinde in Philippi schreibt, dass sie sich nicht so viele Sorgen machen sollen. Bringe doch deine Sorgen und Probleme im Gebet vor Gott. Egal, ob du vor großen und schweren Entscheidungen stehst, oder ob du mit den täglichen kleinen Problemen nicht fertig wirst. Lasse deine Sorgen sich nicht einnisten bei dir, beharre nicht auf den schwierigen und schmerzenden Umständen, sondern richte deinen Blick auf Gott, der dich kennt und liebt.

Gott wartet darauf, dass du mit ihm redest. Vielleicht hilft dir dabei ein Vers aus dem 139. Psalm: „Von allen Seiten umgibt du mich und hältst deine Hand über mir.“

Oder ebenfalls aus Psalm 139: „ Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.“

Und im 50. Psalm heißt es: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.“

Bei allem Bitten und Flehen sollst du eines nicht vergessen: Gott zu danken, bedeutet, seinen Willen zu respektieren. Denn nicht unser eigener Wille hat Bestand, sondern Gottes. Denn Gott hat einen Weg für dich und eine Lösung für deine Probleme.

Und wenn du die gut gemeinten Ratschläge dir zu eigen machst, dann kannst du auch irgendwann zur Ruhe kommen, Frieden spüren und Heilung erfahren.

Von Herzen wünsche ich euch und Ihnen eine segensreiche Sommerzeit!

Ihre Uta Baumfelder

Monatsspruch April 2025

Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete?

Lukas 24,32

Liebe Brüder, liebe Schwestern,

neulich ist es mir wieder passiert. Ich höre hinter  mir ein Hallo und meinen Namen. Ich drehe mich um und sehe einen Menschen, der vielleicht in meinem Alter ist. „Hallo“, grüße ich vorsichtig zurück und möchte eigentlich gleich im Erdboden versinken, weil ich nicht weiß, wer da  vor mir steht. Aber er scheint mich gut zu kennen, denn er fragt gleich weiter und die Fragen gehen weit über einen Small Talk hinaus. Meine Gedanken kreisen. Woher kennen wir uns? Was haben wir irgendwann einmal zusammen erlebt. Ich hoffe, dass es mir irgendwie einfällt und lasse ihn reden. Er erzählt von Frau und Kindern und wie das so läuft heute in der Schule. „Solche Streiche, wie wir mit dem Fischer damals gemacht haben, das kann heute keiner mehr“, sagt er. „Aha“, also ein Schulkamerad aus der Lohauschule. Ich wäre nie allein darauf gekommen. Das macht mich mutig und ich frage dann doch noch nach seinem Namen.

Der Monatsspruch für den Ostermonat April stammt aus einer Geschichte, die im letzten Kapitel des Lukasevangeliums steht. Und nur bei Lukas ist diese Geschichte zu finden. In unserer Kapelle hing bis zur Renovierung ein schönes Bild von eben dieser Geschichte. Die Emmausjünger ist sie überschrieben. Da gehen zwei von Jesu Jünger den Weg von Jerusalem nach Emmaus, eine Wegstrecke von zwei Stunden. Sie wollen weg aus dieser Stadt, die in den letzten Tagen so viel  Schlimmes erlebt hat. Jesus, der Auferstandene nähert sich ihnen und lässt sich von den beiden Jüngern erzählen, was denn so passiert wäre in Jerusalem vor dem Passafest. Keiner von ihnen erkennt ihren Herrn und Meister mit dem sie so lange durch die Lande gezogen sind und mit dem sie so viele Dinge erlebt haben, die sie nie für möglich gehalten haben und so viele Geschichten von ihm gehört haben, die sie unendlich froh gemacht haben. Und so erzählen sie dem Fremden, dass Jesus von Nazareth vor drei Tagen zum Tode am Kreuz verurteilt wurde und gestorben ist. Und dass heute am frühen Morgen Frauen zum Grab gegangen sind und seinen Leichnam nicht mehr aufgefunden haben. Stattdessen seien Engel am Ort gewesen und haben gesagt, dass Jesus lebt.

Der Fremde ist erstaunt und nennt die Beiden Tore. Und er erklärt ihnen, dass das was geschehen ist, bereits von den Propheten vorausgesagt wurde und geschehen musste, damit Christus in seine Herrlichkeit eingehen könne. Er redet genau wie Jesus, aber sie erkennen ihn immer noch nicht. Schließlich sind sie in Emmaus angelangt und bitten den Fremden, mit ihnen zu Abend zu essen. Das tut er auch und setzt sich mit ihnen zu Tisch. Und der Fremde nahm das Brot, sprach ein Dankgebet und brach es auseinander und gab den Beiden jeden ein Stück. Genauso hatten sie es am Tag seiner Hinrichtung zum letzten Mal erlebt. Da plötzlich erkannten sie den Fremden. Der auferstandene Christus saß mit ihnen am Tisch. Doch schon im nächsten Moment sahen sie ihn nicht mehr.

„Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?“, so sagen sie. Sie waren blind, ihre Augen haben ihren Dienst versagt. Aber in ihren Herzen hat sich etwas bewegt. Ihr Herz hat den geliebten Meister erkannt.

Der französische Autor Antoine de Saint- Exupery hat in seinem Roman  „Der kleine Prinz“ den Satz geprägt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Genau das ist Ostern. Unser Kopf kann das nicht verstehen, was da geschehen ist. Wir können das Ganze mit unseren Argumenten kleinreden. Oder wir können unser Herz sprechen lassen. Etwas davon verstehen, dass Gott uns so unendlich liebt, dass er seinen Sohn dahingibt und leiden lässt, damit wir, die an ihn glauben als seine Erlösten ihm gleich leben können. Wer das im Herzen bewegen kann, der kann auch glauben.

Und das wünsche ich Ihnen von Herzen!

Bleiben Sie gesund und behütet!

Ihre Uta Baumfelder

Gedanken zur Jahreslosung 2025

Jahreslosung   2025: Prüft alles und behaltet das Gute

1.Thessalonicher 5,21

Liebe Brüder, liebe Schwestern,

ein neues Jahr ist angebrochen. Wir schreiben das Jahr 2025. Ich möchte im Namen unseres Lektorenteams euch und Ihnen von Herzen ein gesundes neues Jahr wünschen. Mögen eure Wünsche in Erfüllung gehen, mögen eure Sorgen und Probleme sich lösen, mögen Zuversicht und Hoffnung eure Herzen erfüllen.

Noch sind die bunten Lichter des Weihnachtsfestes nicht erloschen, noch strahlt der Stern von Bethlehem über der Krippe. Die Weihnachtslieder klingen noch in uns und unsere Herzen sind noch weit geöffnet. Vor uns liegt ein neues Jahr. Hoffnungsvoll ist jeder Neubeginn. Am Anfang eines jeden neuen Jahres reichen unsere Pläne wieder weit hinaus. Das ist gut, denn es geht weiter. Wir werden auch in diesem Jahr nicht alles erreichen, was wir uns vorgenommen haben. So manche Dinge und Situationen werden unsere Wege kreuzen. Und immer eine richtige Entscheidung zu treffen, eine  richtige Antwort parat zu haben, wird nicht immer möglich sein. Dass Gott euch durch dieses Jahr begleitet und leitet, das wünsche ich jedem von euch!

Die Jahreslosung für 2025 lautet:“ Prüft alles und behaltet das Gute!“ Sie stammt aus dem 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher. Paulus hatte auf seiner zweiten Missionsreise in Tessalonich, dem heutigen Tessaloniki eine christliche Gemeinde gegründet. Mit großem Eifer und Hoffnung nahm diese junge Gemeinde die Worte von Paulus auf und lebte nach ihnen. Aber Paulus traute der Sache nicht so ganz, denn er wusste, dass Menschen mit begeisterten Glauben sehr schnell in tiefe Depressionen fallen können, wenn sie den Einflüssen und Anfeindungen von außen nicht genug entgegen setzen können. Deshalb mahnt Paulus am Ende des Briefes die Gemeinde alles was ihnen begegnet, was sie hören und erleben genau zu prüfen. Viele Dinge sind verlockend und scheinen richtig zu sein. Gut aber ist nur das, was Gottes Willen entspricht. Das soll bewahrt und gepflegt werden.

Im Konfiunterrricht war doch alles klar. Wir lernten die Gebote, einige Lieder, die wichtigsten Gebete, lasen den Katechismus des Martin Luther. Alles war gut und geregelt. Aber das Leben danach war ein anderes. Gott spielte in den folgenden Jahren und Jahrzehnten keine Rolle mehr, scheinbar. Die Menschen um mich herum konnten mit Gott und Kirche nichts anfangen. Aber Gott hat nie aufgegeben, um mich zu suchen. Da gab es kleine Schritte und kleine Begegnungen immer wieder. Später hat er Ernst gemacht und mich verstehen lassen, bis mein Glauben ein neues Level erreicht hatte. Das war euphorisch und gut.

Im Kontext hat das Leben mir ganz andere Seiten gezeigt. Konflikte mussten verarbeitet werden. Lieber alles erdulden, oder doch besser tätig werden? Im Sinne von sich gegen die Probleme, die misslichen Zustände, den Schmerz und die Demütigung wehren. Oder doch erkennen, dass selten etwas nach eigenem Plan läuft, weil Gott einen ganz anderen Plan mit dir hat. Einen, der dich abholt an irgendeiner Wegekreuzung, die dich fast verzweifeln lässt, weil du keine Richtung für dein Leben erkennen kannst. Lernen zu vertrauen darauf, dass du niemals allein deinen Weg gehen musst. Dass ist alles andere als einfach, aber du gibst einen großen Teil deiner Probleme ab in die Hände dessen, der dich von Anfang an liebt. Der zu dir steht, auch wenn du Fehler machst. Selbst dann, wenn du nichts mehr mit ihm zu tun haben möchtest.

Das genau ist das Gute! Du kannst wieder aufrecht gehen. Du kannst ja sagen zu dir, zu deinem Leben. Ja sagen zu Gott, der immer an deiner Seite ist, egal ob du lachst und fröhlich bist, oder Traurig und untröstlich, ob du gesund bist und mit deiner Kraft deiner Arbeit nachgehen kannst, oder ob du schwach und krank bist und auf die Hilfe anderer angewiesen bist.

Gott macht uns frei und er schenkt uns zu entdecken, wo unser Platz im Leben ist. „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat!“ Und Jesus spricht von sich: „Ich bin der Weg,  die Wahrheit und das Leben.“  Solche Sätze sind gut und eine gute Grundlage für das Jahr 2025.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen!

Ihre Uta Baumfelder

Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2024

Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2024Die Güte des Herrn ist`s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.

Klagelieder 3, 22-23

Liebe Brüder, liebe Schwestern,

nun sind wir angekommen in der bunten Jahreszeit. Eben noch haben wir uns an dem Sommerwetter erfreut und unsere Aktivitäten gern draußen erledigt, nun hat uns der Herbst voll in den Griff genommen. Den Früchten im Garten hat das warme Spätsommerwetter noch einen richtigen Schub gegeben. So manches Pflänzchen, das in den nassen Sommermonaten mehrfach von den Schnecken attackiert  wurde, hat sich doch noch entwickeln können. Was für ein Segen! Jetzt gilt es, die Ernte einzubringen. Vielleicht ist sie nicht ganz so üppig ausgefallen, vielleicht ist da nur ein kleiner Teil dessen, was sonst so üblich ist. Vielleicht ist aber auch alles vernichtet, von den Spätfrösten im Frühjahr. Mein Thermometer hatte zur Blütezeit der Beeren, Kirschen und Pflaumen am Morgen winterliche -10°C angezeigt. Keine Chance für die Früchte. Vielleicht hat eines der vielen  Unwetter in diesem Jahr alles zerstört. Hochwasser hat in manchen Regionen nicht nur die Ernte, sondern auch Häuser, Autos und Menschen hinweggerafft. Zurück blieben verzweifelte Menschen, die alles verloren hatten, was sie sich erarbeitet und aufgebaut hatten. Und selbst wenn Versicherungen einen Teil des Schadens zahlen, oder wenn staatliche Gelder zur Verfügung gestellt werden. Für die Betroffenen wird es ein langer Weg hin zur Normalität werden und dabei ist nichts mehr so, wie es gewesen ist.

Trotzdem feiern wir auch in diesem Jahr das Erntedankfest. Auf das genaue Datum kommt es dabei nicht so an. Viel wichtiger ist, dass wir zusammen kommen und gemeinsam Gott danken für alle die guten Gaben in diesem Jahr. Dafür dass Gott uns nicht nur in dieses Leben gestellt hat, sondern dass er uns so wunderbar erhält. Dass wir in diesem Land keine Hungersnot leiden müssen, wie  Menschen in so vielen Ländern dieser Erde. Dass wir hier schon seit so langer Zeit in Frieden leben können. Dass wir unserer Arbeit nachgehen können, unsere Vorlieben und Hobbies pflegen können. Dass wir Eltern, Geschwister, Partner, Kinder, Freunde und Kollegen haben, die für uns da sind, wenn wir sie brauchen. Das alles  ist nicht selbstverständlich. Und nichts davon lässt sich schlussendlich erzwingen. Wer aber alle diese Gaben als ein Geschenk betrachtet, das Gott jedem von uns zukommen lässt, der versteht auch, warum es gut und wichtig ist, dem Herrn und Schöpfer dieser Welt von Herzen zu danken.

Unser Monatsspruch ist ein Zitat aus den so genannten Klageliedern des Jeremia. Jeremia war ein Prophet und er lebte zur Zeit der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier. Er hatte allen Grund, Gott das Elend zu klagen, was über sein Volk gekommen war. Die Stadt und der Tempel zerstört und verwüstet, die Menschen getötet, Männer, Frauen und Kinder. Viele der Gelehrten und Begabten nach Babylon ins Exil geführt. Zurück blieb ein jämmerliches Dasein ohne jeglichen Trost. Jeremia findet schließlich einen Weg, um der tödlichen Lethargie zu entkommen. Er ruft Gott an und klagt ihm das Leid seines Volkes Israel. Und im Klagen gewinnt er Hoffnung. Nein, das Elend und das Leid ist nicht das Ende seines Volkes. Ja, Gott hält zu seinem Volk, auch wenn es gerade durch ein tiefes Tal muss. Jeremia weiß, dass es gewiss ist, dass Gott das Schicksal des Volkes Israel wenden wir. Denn Gott ist ein gütiger und ein barmherziger Gott. Und was er versprochen hat damals im Bund mit Mose, das hält Gott auch.

Es gibt im evangelischen Gesangbuch ein Lied: All Morgen ist ganz frisch und neu. Zu finden ist es unter der Nummer 440. Und der Text passt richtig gut zum Monatsspruch und auch zum Erntedankmonat Oktober:

All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu; sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag. O Gott, du schöner Morgenstern, gib uns, was wir von dir begehrn:  Zünd deine Lichter in uns an, lass uns an Gnad kein Mangel han. Treib aus, o Licht, all Finsternis, behüt uns, Herr vor Ärgernis, vor Blindheit und vor aller Schand und reich uns Tag und Nacht dein Hand, zu wandeln als am lichten Tag, damit, was immer sich zutrag, wir stehn im Glauben bis ans End und bleiben von dir ungetrennt.

Ich wünsche Ihnen von Herzen  einen goldenen Oktober, bleiben Sie behütet und gesund!

Ihre Uta Baumfelder

Monatsspruch Juli 2024

Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist.

Exodus 23,2

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

endlich Sommer mögen viele denken. Endlich Urlaub, weg vom täglichen Stress und der immer gleichen Routine. Endlich das tun, was mir gut tut, was mich aufbaut, wieder fit macht für die Zeit danach. Urlaub am Meer, Einfach die Beine in den Sand stecken und das Rauschen der Wellen erleben. Urlaub in den Bergen. Dort auf dem Gipfel stehen, ganz allein. Du spürst so etwas wie Unendlichkeit in der schroffen und doch so wunderbaren Bergwelt. Wo auch immer du Urlaub machst. Du wirst immer neue Eindrücke, neue Erfahrungen, neues Wissen mit nach Hause bringen. Und das wirst du bewahren in dir und irgendwann wirst du von diesen Erinnerungen zehren können. Aber sie gehören ganz allein nur dir.

Vielleicht bist du auch ein Fußballfan und du hast Urlaub genommen während der Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Weil du alle Spiele schauen möchtest und nicht unausgeschlafen auf die Arbeit möchtest. Du findest es großartig, dass Deutschland Gastgeber ist. Du siehst am Fernseher die Menschenmengen, die sich vor großen Leinwänden versammeln, um gemeinsam die Spiele zu sehen. Du spürst so etwas wie Euphorie. Menschen umarmen sich und freuen sich grenzenlos. Es scheint plötzlich eine ganz andere Zeit angebrochen zu sein. Haben wir uns nicht noch vor ein paar Wochen über Klimakleber geärgert, die unseren Tag versaut haben. Es war doch eigentlich jeder Tag angefüllt mit Negativschlagzeilen, die uns bedrängt haben und von uns Besitz  genommen haben. Sicherlich wird der tägliche Ärger nicht aus der Welt sein. Aber irgendwie können wir doch stolz sein, dass sich so viele verschiedene Nationen die Hand geben, zu uns gekommen sind samt ihrer großen Fangemeinde um etwas zu tun, was eigentlich nicht lebensnotwendig ist, aber doch immer wieder schön und packend. Besser als jeder Krimi. Dass dann auch noch unsere Nationalmannschaft gut gespielt hat bisher, dass lässt die Freude noch schöner werden.

Der Monatsspruch für Juli will nicht so recht in unsere momentane Gefühlslage passen. Da geht es um die Mehrheit, die nicht immer im Recht ist, aber Recht für sich beansprucht. Das haben wir doch beim kürzlichen Wahlmarathon erlebt.  Parteien, die sich von ihrer besten Seite zeigen, den Leuten das Blaue vom Himmel erzählen und Wähler mobilisieren. Und dabei Erfolg haben, weil sie genau die Stimmung im Volk kennen und ihre Wahlkampfziele darauf abstimmen. Der Rest ist bekannt.

Heute spielen soziale Netzwerke eine große Rolle. Bist du bei Facebook, bei Instagram, bei TikTok. Schaust du da regelmäßig vorbei und informierst dich,  was es so alles gibt auf der Welt? Merkst du eigentlich, dass solche Netzwerke den aktuellen Trend, den man unbedingt nachahmen sollte, bestimmen? Dein kritischer Blick darauf verschwindet, je mehr du von den Netzwerken konsumierst.

Dein Glaube ist unendlich wertvoll, denn du hast in nicht irgendwie dir angeeignet, sondern er ist dir geschenkt worden von Gott. Glaube ist ganz individuell. Er begleitet dich durch dein Leben, er ändert sich im Laufe deiner Lebensumstände. Aber niemand darf dich daran hindern, deinen Glauben auszuleben. Niemand darf dir aufoktroyieren  was und wie du glauben sollst. Du wirst Mut brauchen, um deinen Glauben  gegen Widerstände zu vertreten. Du wirst gegen den Strom schwimmen müssen.  Und das wird auch gefährlich sein. Die Menge wird dich nicht hören wollen und schon gar nicht akzeptieren.

Aber unser Glaube an den dreieinigen Gott schenkt uns Freiheit. Und die ist kostbar und gilt es zu hüten. Aber das ist der Weg, den wir gehen sollen. Er ist selten eben und breit. Meist ist er schmal und steinig und kaum erkennbar. Aber erführt uns an das Ziel.

Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Du kannst dir Verbündete suchen. Aber es kommt darauf an, dass du gut abwägst, was für dich richtig ist und was falsch ist. Frage dein Gewissen und du wirst eine Antwort bekommen.

Aber nun genieße die Zeit. Der Sommer ist uns geschenkt. Und Gott lenkt unsere Wege. Darüber müssen wir uns keine großen Sorgen machen.

Bleiben Sie bitte behütet!

Ihre Uta Baumfelder

Gedanken zum Monatsspruch

Seid stets bereit, jedem Rede und Antwor zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.

1.Petrus 3,15

 Liebe Schwestern und liebe Brüder,

Die Liedstrophe: „All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu;  sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag“, drückt doch das aus, was wir gegenwärtig erleben. Endlich liegen die Wintermonate hinter uns. Vorbei die trübe, kalte Jahreszeit. Die Natur hat sich aufgerappelt und alles ist aus dem Winterschlaf erwacht. Die Schöpfung entfaltet immer mehr ihre wunderbare Schönheit und Vielfalt. Wer möchte da nicht mitjubeln. Wer möchte da nicht mit einstimmen und aus voller Kehle ein Liedchen singen. Dann tun Sie das doch bitte auch, denn fröhliche Menschen hat Gott lieb. Und die Zeit ist wirklich auch gekommen, um sich zu freuen. Das Osterfest ist noch nicht ganz vorbei. Jeder macht ja so seine eigenen Erfahrungen mit diesem Fest. Dass es nicht nur ein Frühlingsfest mit alten germanischen Wurzeln ist, das man zu Ehren der germanischen Göttin Ostara beging, die für Frühling, Fruchtbarkeit und Mörgenröte angebetet wurde, sondern eben auch ein christliches Fest ist, das seine Wurzeln beim jüdischen Passahfest hat, muss an dieser Stelle betont werden. Jesu Gefangennahme, seine Folterung und Hinrichtung am Kreuz und seine Auferstehung am Ostermorgen geschah in der Woche des Passahfestes, das Juden auf der ganzen Welt heute noch feiern als Erinnerung an den Tag des Endes der Sklaverei in Ägypten und dem Beginn ihrer 40- jährigen Wanderung mit Mose hin zum gelobten Land.

Für Christen ist die Auferstehung Jesu der Dreh- und Angelpunkt ihres Glaubens. Denn wäre Jesus nicht auferstanden von den Toten und würde nicht leben, so wäre unser Glaube vergeblich. So wäre auch unsere Hoffnung auf Sand gebaut. Aber viele haben den auferstandenen Jesus gesehen damals und sind seine Zeugen. Und Jesus hat seine Kirche gebaut. Seit fast 2000 Jahren finden Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Und auch heute noch finden sich Menschen, die sich berühren lassen, die sich taufen lassen und die ihr Leben in die Nachfolge Christi stellen. Meist sind das Menschen wie du und ich. Man erkennt sie nicht auf den ersten Blick. Manchmal sind sie ganz verborgen und trauen sich nicht, ihr Bekenntnis zu Christus öffentlich zu machen. Aber christlicher Glaube ist nun mal keine Privatsache. Das möchte Petrus im Monatsspruch ausdrücken. Christen sollen bereit sein, über ihren Glauben zu reden. Aber warum ist unsere Sprachfähigkeit über unseren Glauben so gehemmt? Scheuen wir uns davor nicht gehört zu werden oder mitleidsvoll angeschaut zu werden? Oder fehlen uns einfach die richtigen Worte, um unseren Glauben zu beschreiben? Haben wir Angst davor, etwas Falsches zu sagen? Andererseits ist es nicht in Ordnung, anderen Trost und Hoffnung zu verschweigen, die wir selber einmal erfahren haben. Situationen, in denen Gott uns so nah war, dass wir uns in seiner Nähe geborgen und geliebt gefühlt haben. Es gibt so viele Menschen, die ein wenig Zuwendung brauchen und Zuversicht. Es ist doch wichtig zu begreifen, dass jeder Mensch ein geliebtes Geschöpf ist. Dass Gott ihm Würde und eine Daseinsberechtigung gegeben hat. Dass Jesus gestorben ist, damit du auch über den Tod hinaus eine Zukunft hast. Dass du ein freier Mensch bist und freie Entscheidungen treffen kannst. Dass Gott mit seinem Heiligen Geist in dir wohnen möchte und Kontakt mit dir pflegen will.

Solche Hoffnung sollen wir weiter geben. Aber erfüllt sie mich noch? Kann ich sie noch spüren in meinem Herzen, oder ist mein Herz mit Sorgen, Angst, Neid oder Hass gefüllt? Vielleicht muss ich mich prüfen! Vielleicht muss ich mich mit der genannten Hoffnung wieder neu verbinden. Denn erst wenn ich innerlich von Hoffnung und Liebe erfüllt bin, werde ich das leichter nach außen bringen können und ich werde sprachfähig und handlungsfähig.

Lasst euch aufrufen, eure Hoffnung nicht im Innern zu tragen, sondern nach außen zu bringen. Schweigt nicht, sondern redet sanftmütig und ehrfürchtig. Habt keine Angst, die richtigen Worte kommen aus eurem Herzen.

Ich wünsche Ihnen und euch eine gesegnete Osterzeit!

Ihre Uta Baumfelder

Gedanken zur Jahreslosung 2024

Liebe Brüder und Schwestern,

wir schreiben das Jahr 2024. Es ist noch ganz neu und 365 Tage liegen vor uns. Jeder dieser Tage will gefüllt werden mit unserer Arbeit, mit unserem Engagement, mit unserer Liebe, mit unseren Bemühungen. Wir werden auch in diesem Jahr wieder viel leisten müssen, lernen müssen, selbst wenn wir das Schulkindalter längst hinter uns gelassen haben. Wir werden ertragen und erdulden müssen, was wir gar nicht wollten. Wir werden überrascht werden und große Freude erfahren dürfen. Wir werden Veränderungen erleben, vielleicht selbst mitgestalten. Wir werden lernen loszulassen. Das wird viel Schmerz und Trauer bringen.

Noch liegt das neue Jahr wie ein unbeschriebenes Buch vor uns. Noch weiß Keiner, was dieses Jahr bringen wird. Noch leuchtet der Weihnachtsstern über der Krippe in Bethlehem. Noch zehren wir von dem Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus. Noch hat der Alltag uns noch nicht wieder in den Griff bekommen. Dieses Stück Freiheit ist uns in diesen Tagen geschenkt. Etwas Ruhe und etwas Frieden sind Gaben, die oft nur noch in der Weihnachtszeit spürbar sind.

Ich wünsche Ihnen und euch für das Jahr 2024 Gottes Segen für all eure Wege und euer Tun. Ich wünsche euch Gesundheit und Kraft. Und ich wünsche euch, dass ihr Gottes Liebe immer wieder erspüren könnt und in dieser Liebe euer Leben ausrichtet.

Wie jedes Jahr wurde auch für 2024 wieder eine Jahreslosung ausgesucht. Der Vers steht im 1. Brief des Paulus an die Korinther im 16. Kapitel. Er wurde so übersetzt: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“.

Paulus ist angekommen in Korinth. Eine noch junge Stadt mit vielen kulturellen und religiösen Einflüssen. Christen gibt es auch. Paulus hat viel missioniert und viele sind zum Glauben an Jesus Christus gekommen.  Aber sie streiten sich ohne Ende. Jeder will Recht haben. Jeder meint, es besser zu können mit der Glaubensausübung. So zerstritten wissen sie kaum noch, was Paulus ihnen einst erzählt hatte. Deshalb schreibt Paulus einen Mahnbrief an die Gemeinde. Darin enthalten ist das Hohelied der Liebe. Ein Text, der tief unter die Haut geht. Ein Text, der an seiner zentralen Aussage und an seiner Gültigkeit über 2000 Jahre nichts an Aktualität eingebüßt hat. Es geht um die Liebe, die Gott mir in mein Herz gepflanzt hat und die Ausdruck seiner Liebe zu den Menschen ist.

Wie stark und mächtig und wichtig diese Liebe ist, sagt er mit den Worten: Selbst wenn ich unglaublich klug wäre und mächtig, um meinen Einfluss in der Welt geltend zu machen, aber ich könnte keine Liebe in mirspüren, dann wäre ich ganz einfach nur ein nichts. Die Liebe ist von Anbeginn der Welt da und sie bleibt. Liebe ist die zentrale Kraft, die die Welt trägt. Wer mit dieser Liebe in Verbindung bleibt, der ist fähig überwinden zu können, was ihn bedrückt, belastet und hindert, in seinem Leben einen tiefen und wunderbaren Sinn zu sehen.

Wer Gottes Liebe erfahren hat, wird sie weiter geben. Sie wird mehr und mehr sein Handeln bestimmen. Und doch ist da ein schmaler Grat, eine hauchdünne Grenze zwischen leidenschaftlichem Engagement für andere und der Durchsetzung von Eigeninteressen. Ich muss mich schon fragen, ob ich vorrangig nur noch das tue, wofür ich mich begeistere und die Restarbeit den anderen überlasse. Oder neige ich vielleicht dazu aus falsch verstandener Liebe alles zuzulassen, sozusagen die Liebe als Deckmäntelchen zu benutzen?

 Tut alles in Liebe! Aber lasst euch auch immer wieder geradebiegen und achtet auf die Menschen, die mit euch zusammen unterwegs sind.

Ich grüße sie und euch herzlich  

Uta Baumfelder

Gedanken zum Monatsspruch Oktober

Liebe Brüder und Schwestern,

Das letzte Viertel des Jahres 2023 ist angebrochen. Unverkennbar hat der Herbst bei uns Einzug gehalten. Immer kürzer werden die Tage und die Dunkelheit wir ständig dominanter. Jetzt sucht man wieder die sonnigen Plätzchen, jetzt geht man, so oft es möglich ist, nach draußen, um noch so viel wie möglich aufzutanken, ehe die kalten und nassen Monate uns frustrieren und womöglich deprimieren. Die letzten warmen Sonnenstrahlen regen uns vielleicht dazu an, danke zu sagen. Danke für ein Jahr voller Höhen und Tiefen, persönlich,  politisch, gesellschaftlich. In unseren Familien, unseren Dörfern, im Landkreis, in unserem Land und in der Welt. Denn auch die tiefen Täler gehören zu unserem Leben. Und oft bleiben die tiefen Täler, die finsteren Momente in uns so bestimmend, so zwingend, dass es scheinbar keinen Weg gibt, um da  heraus zu kommen. Dann fehlt uns das Licht, das uns den Weg weisen will.  Dann sinkt unser Mut und unsere Entschlossenheit. Dann will uns scheinbar nichts mehr gelingen. Dann werden wir passiv und lassen uns einfach treiben. Ich stehe vor dem Spiegel und schaue mich an. Eigentlich weiß ich ja, was ich da sehe. Aber heute schaut mich etwas an, das mich erschreckt. Zwei müde Augen fallen mir auf. Zu wenig Schlaf gehabt schon seit Wochen oder Monaten. Zu viele Sorgen um tausend Dinge und nicht eins lässt sich lösen oder abmildern. Zuviel Arbeit, die gefühlt ständig zunimmt. Tue doch das bitte noch und jenes, weil andere das aus verschiedenen Gründen nicht tun können. Gehetzt, gejagt – mit der physischen Kraft am Ende. Nicht nur der Körper ist am, auch die Seele leidet. So nehme ich mein Spiegelbild war. So schaut mich ein Mensch an, der mir fremd ist. Ich bin erschrocken. Es ist früher Morgen und ich muss fertig werden, denn bald beginnt meine Arbeitszeit. Und wieder ignoriere ich das, was ich gesehen habe. Ich zwinge mich in meine Rolle und los geht`s. Tag für Tag und Woche für Woche. Paradox und doch Realität.

Hin und wieder nehme ich die Bibel in die Hand und lese darin. Das Evangelium ist mir wichtig geworden. Die frohe Botschaft, die Jesus uns gebracht hat und in der er von seinem Vater, von Gott, erzählt. Von der unbedingten Liebe Gottes, die er allen schenken möchte. Von seiner ständigen Präsenz in allen Dingen und Wesen seiner Schöpfung. Von der Erlösung der Menschen, weil Jesus sich für uns am Kreuz geopfert hat. Jesus ist für mich nicht nur Herr und Gott, sondern auch ein Bruder und ein Freund. Und so fühle ich mich geborgen, geliebt und verstanden. Es tröstet mich und gibt mir Kraft. Ich sehe wieder positiv und kann mich am Leben freuen. Solche Sonntagsgedanken sind mir nicht fremd. Ich erlebe sie in einer meist kurzen Realität. Doch schon Stunden später sind sie wieder wie weggeblasen. War das alles, frage ich mich.

Der Monatsspruch für Oktober kann darauf eine Antwort geben.  „Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.“

Gottes Wort hören, auch wenn das schon für manchen fremd geworden ist, allein das genügt eben nicht. Die erbauliche  Sonntagsstimmung genießen und sich in Wellnessstimmung versetzen lassen, bringt weder mir auf die  Dauer noch meinen Mitmenschen etwas. Es geht darum, das Gottes Wort von der Liebe in meinem Umfeld Gestalt annimmt. Gute Werke tun, so nennt das der Jakobusbrief. Aus dem Glauben heraus etwas Positives tun. Eben weil ich mich zu Jesus hingezogen fühle, weil ich mich selbst als Christ sehe, trifft mich der Satz voll ins Herz. Gute Werke tun, weil ich auch heute noch ein Nachfolger Jesu sein möchte. Menschen brauchen meine Hilfe, meine Zeit, meine Fähigkeiten. In meinem Umfeld gibt es immer wieder Möglichkeiten zu helfen und manchmal zeigt mir Gott auch an, wo ich gebraucht werde. Dann heißt es zupacken und tun und keine Angst vor der Aufgabe haben. Wenn Gott mir etwas zumutet, dann wird er mir auch zur Seite stehen.

Wenn der eigene Glaube in tätiger Nächstenliebe mündet, dann seid ihr Täter von Gottes Wort und euer Dienst wir gesegnet sein.  Dann seid ihr freie Menschen, so wie Gott euch geschaffen hat.

Ich wünsche Ihnen einen segensreichen, goldenen Oktober!

Ihre Uta Baumfelder