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Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2019

Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend – gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!
Tobias 4,8

Es ist schon ein paar Wochen her. Gerade als die erste Hitzewelle so ankam bei uns. Jedenfalls kam meine Tochter aufgeregt mit dem Telefonhörer in der Hand angelaufen: „Da will dich eine unbekannte Frau sprechen.“

Naja gleich abwimmeln war mein erster Gedanke. „Sie haben da kürzlich gespendet, damit Kindern das Augenlicht wieder gegeben werden kann.“

Ja da war ein Brief gekommen und irgendwie war mir das geschilderte Schicksal des Kindes in der „dritten Welt“ nahe gegangen. So jung noch und schon fast blind. Das bedeutet auf lebenslange Hilfe angewiesen sein in einer Welt, die so  schrecklich arm und bedürftig ist. Wo nichts im Überfluss vorhanden ist. Eigentlich mag ich diese Bettelbriefe nicht. Oft landen die ungeöffnet in der blauen Tonne, weil ich mir sehr unsicher bin, ob meine Spende auch wirklich den Bedürftigsten unter uns Menschen zu Gute kommt.

Diesmal war es anders. Ich hatte mich gefangen nehmen lassen. Das habe ich der Frau auch durch den Telefonhörer so gesagt. Na, ob ich denn nicht regelmäßig einen Betrag geben könnte. Da horchte ich erst einmal auf, denn das war eigentlich die Stelle, an der ich sonst immer ganz unhöflich auf den kleinen roten Hörer drücke….

Das habe ich nicht und stattdessen entspann sich ein Gespräch. Zuerst über das Wetter in Köln und Haselbach. Das wurde schließlich so intensiv, dass wir uns beide ein Stück unserer Biografie erzählt haben. In einer halben Stunde erzählte mir die Frau, die bei der Christoffel Blindenmission arbeitet von ihren Einsätzen. Von den Menschen und besonders den Kindern, denen geholfen werden konnte, die ihr Augenlicht durch Spenden und engagierte Ärzte wieder erlangen konnten. Das war echt, das hat man gespürt.

Ich hatte anschließend irgendwie ein gutes Gefühl. Ich denke, dass die CBM durch ihr professionelles Engagement viel erreicht. Dass Menschen, die sich eine ärztliche Behandlung nicht leisten können geholfen wird, damit sie wieder am Leben teilhaben können.

Unser Monatsspruch redet vom Almosengeben. Das Buch, aus dem dieser Vers stammt, ist ein sehr  altes. Es ist eine alttestamentliche Überlieferung, die auch nur in Bibeln mit den sogenannten Apokryphen zu finden ist. Luther hat es nicht übersetzt, weil es ihm nur in griechischer Sprache, also nicht im Original, zu Verfügung stand.

Der junge Tobias, ein Mann aus einem Hause, das Gott diente, soll auf eine größere Reise gehen und so bekommt er von seinem Vater wichtige Regeln für ein gutes, gottgewolltes Leben mit auf den Weg.

Tobias soll immer etwas abgeben von seinem Hab und Gut. Wenn er viel besitzt, soll er viel geben, wenn er wenig hat, ist das Wenige, das er gibt, auch in Ordnung. Entscheidend ist die Gabe, entscheidend ist, dass den Bedürftigen geholfen wird. Und dieses Geben geschieht nicht einfach aus Wohlwollen des Gebers heraus. Es war unter den Israelitern ein Gesetz und eine Pflicht. Dieser Gemeinschaft war es auch geboten, sich der Witwen und Waisen anzunehmen, Fremden zu helfen und sie zu unterstützen.

Das Gebot der Bibel, Arme zu unterstützen ist keine Pflicht, die nur die Reichen betrifft. Jeder soll sich einbringen nach seinen Möglichkeiten.

Wir pflegen heute in unseren Gottesdiensten diesen guten Brauch. Denn wir erbitten immer für einen bestimmten Zweck eine Kollekte am Ausgang. Gewiss auch für die Arbeit der eigenen Gemeinde. Aber wichtig ist, dass die Solidargemeinschaft immer das Ganze im Blick behält. Spenden für die Organisation Brot für die Welt, für die Arbeit des Gustav- Adolf-Werkes, für die Frauenarbeit in den Ländern der dritten Welt, für die Katastrophenhilfe der Diakonie und die Flüchtlingshilfe und viele Projekte mehr, helfen Menschen aus großer Not.

Gott sieht den Menschen an und wenn wir gemeinsam an unserer Zukunft bauen wollen, dann ist seine Gerechtigkeit, die er uns zukommen lässt, Maßstab für unser Handeln.

Herzlichst grüßt Sie

Uta Baumfelder

 

Monatsspruch Juli 2019

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.

Jakobus 1,19

Es war kürzlich im Altersheim. Die Ursache meines Besuches war der Jubilar. Aber irgendwie ist das mit dem ganz Persönlichen und dem ganz privat sein so nicht möglich. Jedenfalls war das Geburtstagskind keine Minute allein und es entspann sich in der Runde so manches Gespräch. Aber was sagt man selbst zu den Leuten, die sichtlich körperlich gebrechlich sind und die mit ihren Gedanken oft abschweifen. Soll man trösten, soll man eine traurige Mimik aufsetzen, soll man falsche Hoffnungen wecken? Gut, wenn die Menschen von sich aus anfangen zu reden. Es werden Geschichten aus längst vergangenen Tagen erzählt.

Und plötzlich schälen sich aus den wirren Gedanken ganz brillante Erinnerungen. Ja, es war genauso.  Das war völlig aus meinem eigenen Bewusstsein entschwunden! Und wie wertvoll sind solche Erinnerungen! Darin spiegelt sich gelebtes, erinnertes Leben! Was da nicht alles darin steckt: Freude du Leid; Krieg und Wiederaufbau; persönliches Engagement und Enttäuschungen, Aufbegehren gegen Ungerechtigkeit und Willkür, Verleumdung und Verhaftung. Ist es nicht wert, dass da zugehört wird?

Zuhören ist uns fremd geworden. Und für 10 Minuten selbst ganz still dazusitzen auch. Aber wieviel versäumen wir, wenn die alten Geschichten in Vergessenheit geraten?

Und hinter all den Geschichten steht ja auch ein Mensch, der in vielen Lebensjahrzehnten viel ertragen, viel aushalten musste. Wenn die Alten erzählen und wir einmal genauer hinhören, dann lässt sich die Kraft erspüren, die sie getragen hat. Sie sagen das nicht, aber es steckt ein tiefer, innerer Frieden und eine große Freude in ihnen und das steckt irgendwie an. Das macht Mut für das eigene Leben. Das zeigt auf, dass Angst und Kleinmut, Unzufriedenheit und Streit überwindbar sind.

Zuhören den Alten und eigentlich auch jedem Menschen und zwischen den Worten die Lebenserfahrungen erspüren, das ist heilsam für jeden von uns. Deshalb sind wir gut beraten, vor der eigenen Rede, das Zuhören zu üben.

Womöglich haben unsere Vorfahren gewusst, dass Reden nicht immer gut ist. „Reden ist Silber und Schweigen ist Gold“, so sagt ein altes Sprichwort. Und es meint, dass es manchmal klüger ist, die Zunge im Zaum zu haben.

„Vor dem Reden, Gehirn einschalten“, so sagen wir es in unserem Sprachgebrauch. Und es meint dasselbe, denn viele unbedachte Worte sprudeln so gern aus unserem Mund und ein einmal ausgesprochenes Wort lässt sich nicht zurücknehmen, sondern es existiert fort. Und wie oft haben wir unsere Mitmenschen schon mit unseren Worten verletzt.  Und wie oft kamen dann Reaktionen zurück, die uns in Aggression und Zorn versetzt haben. Zorn ist ein starkes Gefühl. Es ist wie ein Rausch, dem wir uns allzu gern hingeben. Aber im Zorn gesprochene Worte und Handlungen lassen uns später schämen und klein aussehen. Zorn zerstört, was wir uns zuvor mühevoll aufgebaut haben. Im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt.

So wünsche ich Ihnen und euch eine gute Zeit. Bleibt, bleiben Sie behütet in dem was wir tun, zu sagen und zu verantworten haben.

Ihre Uta Baumfelder

Monatspruch April

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende

Matthäus 28,20

Manchmal möchte ich den schönen, beglückenden Moment festhalten, oder Verweilen in der Begegnung und dem Gespräch mit dem lieben Freund. Ich möchte die ersten wärmenden Sonnenstrahlen festhalten, die so wohl tun nach den dunklen und trüben Wintermonaten. Ich habe Angst, dass all das kleine Glück ganz schnell wieder verschwindet. Ich sehne mich nach Leben, nach Liebe, nach Geborgenheit. Ich möchte mich nach dem Licht strecken, so wie die Frühlingsblüher in ihrer Pracht. Ich möchte teilhaben am erwachenden Leben der Natur.

Ich lebe hier und jetzt. Ich kann nicht im Gestern leben und auch nicht in der Zukunft. Mir ist die Zeit gegeben, die von meiner Geburt bis zu meinem Tod reicht. Das ist gewiss eine winzig kleine Zeitspanne in der Weltgeschichte, aber es ist meine Lebenszeit. Und an mir liegt es, sie zu füllen, auszufüllen mit meiner Arbeit, meinen Beziehungen zu den Menschen, mit meinen Gaben und mit meiner Liebe.

Wie ist das zu verstehen mit der Liebe, die mir gegeben ist?

Johannesevangelium lesen wir: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Gottes Liebe in dieser Welt ist grenzenlos. Gott selbst gibt seine Liebe in die Herzen der Menschen und Gott braucht die Menschen, damit seine Liebe erfahrbar wird. Deshalb hat Gott in Jesus Christus unter uns gelebt. Alle Höhen und Tiefen, alle Freuden, alle Schmerzen, alle Leiden und einen qualvollen Tod am Kreuz hat Jesus am eigenen Leib erfahren.

Aber damit hat der Sohn Gottes mit menschlicher Gestalt und göttlicher Vollmacht und Liebe seinen Dienst an uns nicht beendet. Seinen Jüngern gibt Jesus beim Abschied, bevor er zum Vater zurückkehrte, ein Trostwort mit: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Jesus bleibt bei uns, auch hier und heute, bis er sichtbar wiederkommen wird. Wir können ihn erfahren, wenn es uns gut geht. Wenn wir einander Gutes tun, einander in Liebe und mit Mitgefühl begegnen, wenn wir unseren Nächsten achten und ehren, dann ist Jesus mitten unter uns.

Und Jesus ist bei uns, wenn schlimme Tage kommen. Er trägt uns, wenn die Kraft uns verlässt, er versteht uns, wenn wir keine Worte mehr haben und nichts mehr tun können. Er ist da, wenn wir in stummer Trauer einsam sind. Er hält das aus, wenn Wut und Hass in uns die Oberhand gewinnen.

Die Jünger konnten ihren geliebten Meister nicht festhalten, aber sie konnten getrost ihren Weg gehen.

So wünsche ich Ihnen und euch auch Trosterfahrungen, Wegbegleitung und Behütung.

Ihre Uta Baumfelder

Monatsspruch Januar 2019

Gott Spricht: „Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“

1.Mose 9,13

Ein neues Jahr hat begonnen. Wir haben es festlich begrüßt und nun ist es unter uns. Noch ist es ganz frisch und neu. Vor uns liegen über 360 Tage und 52 Kalenderwochen. Noch wissen wir nicht, was uns erwartet. Manch einer findet das spannend, für andere kann das Grund zu Sorge und zu Angst sein.

Wir wünschen uns  zum neuen Jahr Glück und Gesundheit. Wir wollen gesund und leistungsfähig bleiben, wollen den beruflichen Anforderungen nachkommen können und den familären erst recht.

Glücklich wollen wir sein. Glücklich mit unserem Partner, mit unseren Kindern, mit Freunden und  Bekannten. Glückliche Stunden, Tage, Urlaubswochen – davon träumen wir auch im Jahre 2019.

Unsere Zukunft  liegt offen vor  uns. Die Mutigen unter uns haben da gewisse Vorteile gegenüber den Ängstlichen und Bedrückten. Denn sie vertrauen darauf, dass sich ihre Pläne und Vorstellungen im neuen Jahr umsetzen. „Alles wird gut“, sagen sie und die weniger Mutigen können den Satz  schon gar nicht mehr hören. Denn ihre Erfahrungen, die sie machen mussten, die stehen in schlimmen Bildern vor ihren Augen. Die Schmerzen sind geblieben. Die Zweifel drücken nach unten. Die Dunkelheit bleibt undurchdringlich. Nichts ist gut.

Am Ende der Sintflutgeschichte, bei der Noah mit seiner Familie und den Tieren nach monatelangem Treiben auf dem Wasser endlich an trockenes Land kommt, da spricht Gott ein Hoffnungswort. Er will von nun an die Menschen weder bestrafen noch gar vernichten. Sein Versprechen hat den Status eines Vertrages.

„Einen neuen Bund will ich mit euch schließen“, so sagt es Gott. Und von Zeit zu Zeit will ich euch daran erinnern.

Vielleicht schauen wir da dieses Jahr einmal intensiver hin, wenn nach Regen oder Gewitter die Sonne hervorkommt und einen wunderschönen Regenbogen über das Land, oder wie bei uns über die Berge spannt. Weit hinauf reicht er in den Himmel und seine beiden Enden treffen genau auf unsere Erde. Wunderschöne Farben im Halbkreis angeordnet.

Ich denke mir dann immer, so möchte Gott sich uns zeigen. Erdverbunden und den Menschen ganz nahe.

Immer dann, wenn ihr den Bogen am Himmel seht, dann denkt daran, dass es Gott ist, der in allen großen und kleinen Dingen ist, der dich in dieses Leben gerufen hat und dich liebt.

Du bist behütet und bewahrt! Auch in der Dunkelheit und auch im Leiden! Du darfst Gottes Wegen vertrauen im Jahre 2019!

Alles wird gut!

Mit den besten Wünschen für Sie und euch

Uta Baumfelder

Monatsspruch Oktober

In Memoriam Norbert

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen. Psalm 38, 10

Lieber Vater,

es drängt mich mein Herz geradezu, dir diese Zeilen zu schreiben. Gedanken und Gefühle möchte ich vor dich bringen, holprig und bruchstückhaft, aber ehrlich und kindlich.

Du hast uns unser Leben geschenkt, jedem von uns. Als deine Kinder gehen wir Wege, die so ganz verschiedensind, die manchmal viel Gutes, viel Erfolg und Glück mit sich bringen.

Manchmal geraten wir auf Irrwege. Manchmal sind unsere Wege von Krankheit, Elend und Tod gezeichnet.

Solche Wege wollen wir nicht gehen. Wir fürchten uns. Die Angst vor dem Unbekannten lähmt uns.

Aber du hast auch solche Wege für uns bereit. Und wir tragen sehr schwer daran. Unsere Unbekümmertheit ist dahin. Sorgen werden groß und schleichen sich in unser Herz.

Was wird sein, wenn die Krankheit sich weiter ausbreitet? Kann ärztliches Wissen und Können noch helfen? Oder machen die intensiven Therapien letztlich doch mehr kaputt?

Der liebe Mensch dort, weit weg von Familie und Freunden muss Tag und Nacht bangen, hoffen, bestenfalls glauben. Tag um Tag, Stunde um Stunde vertraut er der ärztlichen Kunst. Er kämpft um sein Leben, er möchte noch nicht sterben. Er weiß, dass er noch dringend gebraucht wird von seiner Familie.

Und die Lieben daheim bangen mit ihm, beten alle. Aber es kommen jeden Tag schlechtere Nachrichten. Es ist, als ob du dich abgewendest hast von uns. Es ist schrecklich, dass nichts und niemand hilft.

Am Ende wirst du uns, die wir mit leeren Händen wieder nach Haselbach zurück fahren, ganz fest halten. Du lässt uns erkennen, dass der Tod nicht schrecklich ist, sondern zum Leben gehört, dass Sterben eine ernste aber wichtige Sache ist.

In den folgenden Tagen und Wochen der Dunkelheit erfahren wir ganz viel Trost und Zuwendung. So viele Hände, die gereicht werden, so viel Anteilnahme, so viele Gespräche, so viel ehrliche Herzlichkeit.

Dein Weg mit uns, Vater, ist manchmal kein Spaziergang. Im finsteren Tal sieht man die Hand vor Augen nicht. Das ist wie blind sein. Deshalb ist es gut, wenn deine  starke Hand uns durch die Dunkelheit führt. Denn du weißt, was nötig ist.

Es muss unser kindliches Urvertrauen sein, dass wir immer wieder auf das Gute hoffen, das du bereit hältst.

Du aber, Herr, weißt um mich, kennst mich. Ich vertraue dir.

Amen.

Es grüßt Sie

Uta Baumfelder

Gedanken zum Monatsspruch Juli

 Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!
Hosea 10,12

Haben Sie im Frühjahr etwas in Ihren Gartenboden ausgesät? Dann ist es sicherlich längst aufgegangen. Sie sind sicher ein umsichtiger Gärtner. Der Trockenheit der letzten Wochen konnte man nur trotzen, wenn die jungen zarten Pflänzchen täglich bewässert wurden. Wer zählt da schon die Kannen, die tagtäglich zu schleppen sind. Aber wenn wir jetzt aus dem Fenster in unseren Garten schauen hat es sich doch gelohnt, denn aus den Minipflänzchen sind schon kräftige Gemüse- und Blumenpflanzen geworden. Ich freue mich immer über mein „Biogemüse“ und ich mag die bunte Blumenpracht und das Summen und Schwirren der Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Säen und ernten und immer wieder von Neuem beginnen- seit Jahrtausenden ist das ein Symbol für den immerwährenden Kreislauf in unserer Welt. Und es ist nicht nur symbolisch gemeint, sondern spiegelt sich in unserer täglichen Arbeit. Ohne die Mühe des Beginnens, ohne den Mut, immer wieder neu anzufangen, wird am Ende nichts herauskommen.

In der Bibel wird das Gleichnis vom Sämann erzählt. Jesus erzählt den Menschen, die sich um ihn versammelt haben, wie sich Gottes Wege mit uns gestalten. Da geht einer auf seine  Acker und streut das kostbare Korn, das die Familie sich vom Mund abgespart hat, großzügig und mit vollen Händen aus. Er streut und streut und er hat keinen Einfluss darauf, wohin das Korn fällt. Dann pflügt er das Ganze ein, denn das war die übliche Vorgehensweise. Später muss er feststellen, dass nur ein kleiner Teil des Samens aufgegangen ist, Wurzeln fasst, gedeiht und Frucht bringt. Ein großer Teil seiner Mühe war vergeblich, denn es fiel ein Teil des Samens auf steinigen Boden. Die Pflanzen fanden keinen Halt. Ein Teil fiel auf Boden, auf dem schon Dornenbüsche und Unkraut zu wachsen angefangen haben. Schnell erstickten die jungen Pflänzchen. Ein anderer Teil landete auf der Straße, wo  es zur leichten Beute der hungrigen Vögel wurde.

Jesus sagt, so wie der Samen des Sämanns, so ist es mit Gottes Wort. Dort, wo Gottes Wort angenommen wird und nach Gottes Willen gefragt wird, da wird das Leben ein gutes Ziel finden.

Auch wir sollen guten Samen säen. Dazu zählt auch die Gerechtigkeit, von der der Prophet Hosea im Monatsspruch redet. Jeder Mensch, jedes Geschöpf hat ein Recht auf Leben. Lassen wir das noch gelten? Oder stimmen wir dem Ellenbogenprinzip in unserer Gesellschaft zu. Sichern wir unseren eigenen Vorteil, geben wir unseren Karrierechancen ein Übermaß an Aufmerksamkeit, greifen wir zu wenn Macht und Ruhm sich für uns anbieten, oder verzichten wir zugunsten des Menschen neben uns. Können wir stattdessen vielleicht die guten Gaben, die wir täglich ohne unser Zutun bekommen sehen und dankbar sein? Können wir jubeln und uns freuen und dankbar sein gegenüber dem Schöpfer dieser Welt und können wir das weiter geben an die Menschen, die uns im Alltag begegnen?

Manchmal im Leben gibt es Tage, da wird etwas „Neues“ beackert. Da geschieht etwas, da wird mit Hoffnung gesät. Wir haben das am 10. Juni 2018 in unserer Matthäuskirche erlebt, als zwei Kinder getauft wurden – Yuna Mittmann aus Spechtsbrunn und Finn Baumfelder aus Steinach. Ein vertrauensvoller Anfang, eine grenzenlose Hoffnung, ein Weg der alles überwinden kann.

Das möge Gott den beiden Kindern und uns allen schenken.

Es grüßt Sie herzlich und wünscht eine schöne Sommerzeit

Ihre Uta Baumfelder

Predigt zu Trinitatis 2018 in Haselbach

Epheser1,3-14

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen

Liebe Gemeinde!

Heute am Trinitatissonntag haben wir einen Predigttext, der es im wahrsten Sinn des Wortes in sich hat. Da schreibt einer ein Grußwort an liebe Freunde in der Ferne, aber es wird mehr daraus, als man für gewöhnlich scheibt, um sich in Erinnerung zu halten und ein Lebenszeichen zu senden.

Da schreibt einer sein Vermächtnis an diejenigen, die er einst für das Evangelium Jesu Christi begeistern konnte.

Da scheibt einer mit glühenden Herzen und man spürt, es muss ihm unendlich wichtig gewesen sein.

Dem Apostel Paulus überlassen wir jetzt das Handlungsfeld:

Rom im Jahre 55 nach Christus. Es ist kalt und dunkel im Verlies. Der Tag ist wie die Nacht und die Nacht ist wie der Tag. Paulus fühlt es, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Er spürt seine körperliche Schwäche jeden Tag und jede Nacht. Sein ganzer Körper zittert vor Entbehrung und Schmerzen. Aber sein Wille ist ungebrochen. Sein ganzes Leben zieht an ihm vorbei. Seit Damaskus damals lebt er anders. Damals als Christus ihm erschien: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“ Als er krank und blind darnieder lag bei den Brüdern in der Stadt. Als der Heilige Geist über ihn kam. Zu den Heiden in Kleinasien, in Griechenland und nach Rom ist er gekommen. Nie hat er sich geschont. Der auferstandene Christus stand ihm immer vor Augen. „Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn“, so bekennt Paulus.

Paulus ringt mit sich. Er ist gefangen und trotzdem fühlt er eine grenzenlose Freiheit.

Freunde haben ihm Pergament und Schreibzeug verschafft. Den Brüdern und Schwestern in Ephesus gilt seine Sorge. Er hat sie für den Glauben an Jesus Christus begeistern können und hat sie getauft. Regelrecht nachgelaufen sind sie ihm. Alles war neu für sie und großartig. Nun aber muss sich ihr Glauben im Alltag bewähren.

Aber können sie seine Worte im Herzen bewahren und danach leben? Paulus weiß, dass die Bewährung eine harte Probe ist. Nicht jeder wird da bestehen.

Er muss ihnen unbedingt von Gottes großem Plan berichten. Gottes Heilsplan, so scheint ihm, muss festgehalten und an alle weiter gegeben werde. Es ist so wichtig für das Evangelium von Jesus Christus.

Paulus schwirren immer wieder die gleichen Worte durch den Kopf. Immer wieder hämmerte es in ihm:

Gesegnet– Erwählt – Erlöst –  Erfüllt

Und er spürt den Drang, das Vermächtnis seines Lebens in einem Brief an die Epheser zu senden. Und mit zitternder Hand beginnt er zu predigen.

Hören wir noch einmal auf seine Worte, die eine Lektorin aus Halle bei unserem Predigtkurs im April in gereimte Verse gebracht hat:

Gelobt sei Gott, er gab uns seinen Segen durch Christus all auf unserm Wegen.

Durch seine Liebe sind wir neu geboren, als seine Kinder Nachfolger Christi geworden.

Begnadigt durch seine Vergebung, erfuhren wir durch Christi Blut Erlösung.

Liebe, Weisheit, Klugheit sind Gottes Gaben, die wir durch sein göttliches Geheimnis erfahren haben.

Wir sind Nachfolger und Erben des Herrn, und wollen allein auf seinen Ratschluss hörn.

Was wir in seiner guten Nachricht finden, darauf wollen wir unser Leben gründen.

Der Geist des Herrn wird uns begleiten hier, damit wir auf ewig immer Lob singen dir.

Liebe Gemeinde!

Gott schenkt uns seinen Segen durch Jesus Christus. Das sagt sich leicht dahin. Aber wir sollten sehen, dass Gottes Segen etwas ganz Entscheidendes in unserem Leben ist. In unserer Taufe haben wir Gottes Zusage erhalten, dass er uns als seine Kinder annimmt und unsere Wege begleitet. Gesegnete Wege gewissermaßen, auch wenn wir das nicht immer so sehen können.

Gesegnete Wege führen zum Ziel, auch über steinige Wegstrecken, über schier unüberwindbare Gipfel und durch dunkle, furchterregende Täler.

Ihr seid die Gesegneten Gottes, sagt Paulus. Ihr habt durch Christus, den ihr als euren Herrn bekennt, Anrecht an Gottes Gaben.

Gott ist grenzenlose Liebe. Und warum hat es seine Liebe zu unendlich schwer? So müssten wir uns fragen. Unsere Gesellschaft möchte sich nur allzu gern das Leben ohhne Gott gestalten. Tendenz steigend!

Gott ist unbequem geworden. Es geht ohne ihn – so hat es meine Generation gelernt. Schließlich wird Gott vergessen, weil keiner mehr den Glauben der Väter und Mütter erlebt. Das ist unser Problem und es scheint mir auch das Problem in unserer Gemeinde zu sein, wenn ich in unsere kleine Runde schaue. Wer Gott nicht mehr sucht und ihm begegnen möchte, kann die tiefen Erfahrungen eines gesegneten Lebens nicht mehr machen.

Andererseits sollten wir doch jedem zurufen: Du bist auch ein Erwählter Gottes. Gott hat einen Plan mit dir. Klingt das nicht spannend? Wenn der allmächtige Gott, der Himmel und Erde und alle Geschöpfe dieser Erde geschaffen hat, für mich einen Lebensplan entworfen hat!

Ich bin kein Zufallsprodukt, das im Augenblick der Zeugung durch meine Eltern entstanden ist. Gott hat mich so gewollt, so wie ich bin. Das ist manchmal nur schwer auszuhalten. Denn wer akzeptiert sich schon voll und ganz. Meine Schwächen und meine Unvollkommenheit möchte ich schon manchmal gern loswerden. Meine Lebenssituation belastet mich eher, als das ich sie annehmen kann. Klagen und jammern helfen da oft nicht.

Für Paulus ist die Tatsache erwählt zu sein, sein größter Trost und seine große Gewissheit. Für ihn ist das Grund, Gott zu loben und zu preisen. Paulus geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt: Gott hat uns erwählt, noch bevor er der Erde Grund gelegt hat. Das heißt ja, Gott hat dich und mich geplant, viel eher als ich überhaupt gezeugt wurde. Du und ich, wir sind etwas Besonderes. Etwas Großartiges. Etwas aus Gottes Plan. Wow!

Dann sollten wir aber auch nicht gering von uns denken oder von dem Menschen neben dir. Gott liebt dich und den anderen ebenso. Dabei Er schenkt sich uns und er will uns Anteil haben lassen an der himmlischen Welt. Das gilt für das Heute hier auf Erden und für die Ewigkeit. Gottes großer Plan besteht darin, dass am Ende Himmel und Erde zusammen kommen und zu Christus gehören.

Diejenigen aber die schon jetzt zu Christus gehören, können glücklich sein. Denn sie sind Gottes besondere Geschöpfe. Das dürfen wir ruhig auch mal durchbuchstabieren. Etwas Besonderes zu sein, behagt ja nun nicht immer. Und meist erleben wir das Gegenteil, dass Christen sind unbeliebt sind. Anderswo verfolgt und geächtet werden.

Wir erleben uns als Minderheit. Wir haben unsere eigenen Ansichten und Lebensstile. Wir können mit dem allgemeinen Strom nicht mitschwimmen.

Aber wer zu Christus gehört, sollte mit erhobenen Haupt durch  das Leben gehen und mit großer Gelassenheit. Denn wir leben in der geheimnisvollen Gegenwart unseres Gottes. Ich kann meine Sorgen und Ängste Gott anvertrauen, nicht nur klagen, sondern darauf vertrauen, dass er sich meiner Probleme annimmt. Ich kann Gottes Gegenwart erleben! In Gottes Gegenwart werden meine Sorgen und Ängste vielleicht nicht mehr ganz so wichtig. Mit dem Trost, den ich erfahre, dass ich aufgehoben bin und bewahrt werde, kann ich gelöster, lockerer und vor allem fröhlicher leben.

Und solche Fröhlichkeit sollte durchaus andere anstecken. Das sollten alle, denen ich täglich begegne, an mir auch sehen können. Denn wenn ich mich in dem Kraftfeld Christi bewege, werde ich verändert. Gott spiegelt sich in meinem Leben und ich selbst kann Gott vor den Menschen, die mir begegnen, bezeugen. Einfach so mit meinem Leben. Der Heilige Geist wirkt durch mich hindurch. Ich selbst werde in den Heilsplan Gottes mit hinein genommen. Gottes Botschaft wird in die Welt getragen durch mich schwachen, mutlosen, verachteten, unscheinbaren Menschen.

Paulus ist am Ende angekommen. Atemlos legt er die Feder zur Seite. Er hat das erste Kapitel des Epheserbriefes in einem Satz geschrieben. Atemlos schwingt sich in ihm eine tiefe Freude auf.

Gepriesen sei der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

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Monatsspruch April

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Joh 20,21

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Noch heute grüßen sich Christen in aller Welt mit dieser Freudenbotschaft. Christus hat die Macht des Todes und seine Schrecken gebrochen. Gott hat ihn auferweckt aus dem Tod.

Ist denn das zu fassen, was da geschehen ist am dritten Morgen nach der Kreuzigung? Die Schrecken, die Angst, die furchtbare Dunkelheit – die Jünger haben sich versteckt, die Türen verrammelt. Alles scheint zu Ende zu sein. Welchen Sinn soll das Leben noch haben? Sie fühlen sich schwach, unfähig etwas zu tun. Sie sind wie verlassene kleine Kinder. Jesus ist tot. Ihr Meister, dem sie gefolgt waren, weil er sie berufen hatte und weil er ihr Leben von Grund auf umgekrempelt hatte.

Und plötzlich steht Jesus an diesem Ostertag im Raum. Er war tot und steht nun lebendig inmitten seiner Jünger und spricht: „Friede sei mit euch!“

Wo ist da etwas zu begreifen in dieser Situation? Vielleicht gar nicht! Aber die unbändige Freude der Jünger, die lässt sich schon nachempfinden. Der auferstandene Jesus tritt zur Tür herein und plötzlich muss die Dunkelheit einem wunderbaren Licht weichen. Die ganze schwere Last fällt ab und alles wird leicht und froh. Die Jünger freuen sich. Diese Freude ist ein ganz starkes Gefühl. Vielleicht haben sie Tränen gelacht vor Freude. Vielleicht haben sie in die Hände geklatscht, so wie Kinder das tun, wenn sie etwas Schönes erfahren.

Später hat sich ein schöner Brauch in der Kirche daraus entwickelt, das Osterlachen. Der Pfarrer brachte in seiner Predigt die Menschen zum herzhaften Lachen: Lachen gegen den Tod, lachen für das Leben.

Die Freude bleibt, denn Jesus gibt den Jüngern sein Sendungswort mit auf den Weg. Er, der von Gott auf diese Erde gesandt wurde, um den Menschen den liebenden Vater ans Herz zu legen, um die Menschen zu erlösen von der Sinnlosigkeit ihres Tuns, um die Menschen glücklich zu machen, der gibt nun den Jüngern Auftrag und Vollmacht, sein angefangenes Werk auf Erden fortzusetzen.

Jesus sendet die Jünger, Jesus sendet uns heute. Er sendet uns aus, damit jeder von uns mit der ihm eigenen Kraft und den gegebenen Möglichkeiten Gottes Wort und seine Liebe zu den Menschen bringt.

Keiner braucht sich dabei zu ängstigen, denn Jesus selbst ist da und begleitet uns.

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Lassen Sie in dieser österlichen Zeit solche Freude in ihr Herz.

Lachen und sich freuen können kann helfen, den Blick hoffnungsvoll nach vorn zu richten. Jesus Lebt und so werde ich auch mit ihm in der Ewigkeit leben.

Mit österlichen Grüßen

Ihre Uta Baumfelder

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Predigt am Sonntag Palmarum am 25. März 2018 in Spechtsbrunn über Jesaja 50,4-9

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen

Liebe Gemeinde!

Warum seid ihr heute Morgen eigentlich hier her gekommen? Ich kann mir gut vorstellen, dass jeder von euch noch andere Dinge zu erledigen hätte. Außerdem war es auch nötig rechtzeitig aufzustehen, alle Dinge zu ordnen und sich innerlich und äußerlich zu rüsten und auf den Weg zu machen.

Ganz schön viel für einen geruhsamen Sonntagmorgen. Man könnte ja jetzt um diese Zeit auch noch mit der Familie am Frühstückstisch sitzen – ausgedehnt essen und plaudern. Ich selbst finde das immer ganz toll nach einer langen Arbeitswoche.

Nun sind wir aber trotzdem zusammen gekommen, weil das gemeinsame Feiern des Gottesdienstes, das Beten, Singen und das Hören auf Gottes Wort für uns lebensnotwendig ist.

Ich hoffe, dass ihr heute Morgen gut aufgewacht seid, dass quälende Gedanken der Nacht oder unangenehme Träume im Morgenlicht verflogen sind. Ist doch jeder neue Tag und jeder Morgen ein Geschenk, das angenommen und dankbar ausgepackt werden will.

In einem Morgenlied aus unserem Gesangbuch heißt es: „All Morgen ist ganz frisch und neu, des Herren Gnad und große Treu, sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“

Und Jochen Klepper bringt es auf den Punkt mit seinem Liedtext: „Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr. Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor. Dass ich mit seinem Worte, begrüß das neue Licht. Schon an der Dämmrung Pforte ist er mir nah und spricht.“

Gott spricht! Gott spricht zu dir und mir. Er hat zu Jesus gesprochen und zu den Propheten.

In unserem Predigttext heute redet der Prophet Jesaja davon, auf Gottes Wort zu hören und es zu den Menschen zu bringen auch trotz Anfeindungen und persönlicher Nachteile.

Dieser Jesaja, von dem hier die Rede ist, lebte in Babylon zur Zeit des jüdischen Exils, weit weg von der eigentlichen Heimat in der Verbannung, so wie viele deportierte Israeliter. Heimat los waren sie in der Fremde. Manche hatten sich längst eingerichtet in den neuen Verhältnissen, andere hielten die Sehnsucht aufrecht. Auch die Hoffnung, dass Gott sein Volk Israel noch immer liebt und eines Tages einen Neuanfang starten wird.

Einer dieser Hoffnungsträger war der sogenannte Deuterojesaja, der unermüdlich und gegen allen Augenschein von dem liebenden Gott spricht, der sein Volk und darüber hinaus die ganze Welt retten wird. Für die Juden in der Verbannung war das eine ungeheuere Botschaft. Für sie existierte Gott im Tempel in Jerusalem, niemals aber in der Fremde und schon gar nicht für alle Menschen dieser Erde.

Im Neuen Testament wird dieser Jesaja oft zitiert und Jesus bezieht sein Wirken und seine Sendung immer wieder aus diesen Schriften.

In unserem Predigttext hören wir in den Versen 4-5:

„Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.“

Jesaja sagt, wenn ich ein Jünger, also ein Schüler des Herrn sein möchte, muss ich zuerst darauf hören, was Gott zu mir sagt. Ich muss sehr genau zuhören, nüchtern und konzentriert sein. Ich muss Gottes Wort wortgetreu wiedergeben können, denn es ist sein Wort. Ich bin Gottes Werkzeug. Durch mich kommt es zu den Menschen.

Und das ist wichtig, denn es warten viele darauf. Da sind die Müden, die sich verbraucht haben, vielleicht auch aufgeopfert haben in ihrem Leben und die nun zusehen, wie andere die Früchte ihrer Arbeit ernten. Da sind die Verzweifelten, die einst mit großem Engagement an ihr vorgestecktes Ziel gegangen sind und es nie erreichen konnten. Da sind die, die sich abgefunden haben mit allem, was um sie herum geschieht und die nur noch funktionieren.

Jesus hat immer wieder im Gebet Gottes Nähe gesucht. Was er zu sagen hat, das redet er nicht von sich aus, sondern es ist sein Vater, der sein Werk tut.

Aber es ist oft schwierig, tröstende und aufmunternde Worte zu sagen. Und weil wir wissen, dass die gute Botschaft nur allzuoft schlecht ankommt, machen wir gern einen Rückzieher. Wer von uns erzählt schon am Montagmorgen den miesepetrig dreinschauenden Kollegen von den guten Gedanken, die er aus dem Sonntagsgottesdienst mitgenommen hat.

Genau so schwierig ist es, Versöhnung und Frieden zu stiften. Wer widerspricht denn voller Überzeugung denen, die ständig über alles jammern und klagen und die sich großspurig über die erheben, die ihrer Meinung nach viel weniger als sie leisten, die in unser Land gekommen sind, um wie die Made im Speck zu leben.

Oder wer macht sich schon die Mühe zu widersprechen, wenn auf alles besserwissend geschimpft wird, wer mahnt Gelassenheit und Zuversicht an?

Jesus hat nie aufgehört, die Botschaft vom Heil den Menschen nahe zu bringen. Was er von seinem Vater empfangen hat, hat er weiter gegeben. Und er hat alle eingeladen ihm nachzufolgen: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

Was passiert, wenn einer nicht das tut, was der Mob von ihm fordert, das hat schon Jesaja erfahren. Er sagt: „Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.“

Jesaja erntet Leid und Qual als Lohn für die aufopfernde Arbeit. Die denen er aufhelfen wollte aus ihrer Mutlosigkeit und Verbitterung, misshandeln ihn, weil es ihnen zu langsam geht mit der Gottesverheißung vom Neuanfang.

Jesus hat es genauso erfahren. Er hat seinen Auftrag in Treue erfüllt, andere geheilt und getröstet. Verständnis hat er dafür nicht erlangt. Seine Botschaft vom Reich Gottes – abgelehnt. Bei seinem Einzug in Jerusalem wurde er mit Hosiannarufen und allen Ehren, die einem neuen Herrscher gebühren empfangen. Er sollte das Volk von der Fremdherrschaft der Römer befreien und neue politische Verhältnisse schaffen. Das sollte er gefälligst tun. Aber nichts von alledem geschah.

Jesus aber hielt an seinem göttlichen Auftrag fest, als der Hohe Rat ihm den Prozess machte, weil er unbequem geworden war. Jesus blieb Gott gehorsam dort im Garten Gethsemane in der schrecklichen Erwartung seiner Gefangennahme. „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe“, so betet er.

Und die Hosiannarufer fordern schon bald seinen Tod. Untauglich für die Führungsrolle, wer auf Gewalt verzichtet und keine Machtansprüche hat.

Irgendein Politiker unserer Tage hat einmal geäußert, mit der Bergpredigt kann man keinen Staat regieren. Wirklich nicht? Vielleicht würde unsere Welt doch anders aussehen, wenn Friedfertigkeit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Sanftmütigkeit zu den Eigenschaften eines guten und erfolgreichen Politikers zählen würden und auf Gewalt, Krieg, Profitsucht und Machtansprüche verzichtet würde.

Das ist kein Wunschtraum von Wenigen. Das ist der Weg, der so schwer begehbar ist, der aber unabdingbar ist, wenn endlich Frieden einziehen soll auf dieser Erde, wenn alle Menschen ein Leben in Würde und Erfüllung führen können.

Gott will denen Recht verschaffen, die ihm vertrauen und so sagt uns Jesaja: „Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.“

Von Jesus wissen wir, dass seine Leidensgeschichte bis zum furchtbaren Tod am Kreuz ging. Auch dort hat er nicht aufgegeben, sondern für seine Schächer gebetet: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Aber was da nach menschlichem Ermessen zu Ende gehen sollte, dem hat Gott am Ostermorgen Recht verschafft, indem er Jesus aus dem Tod erweckt hat.

Jesus – Gottes Knecht, der unsere Schuld am Kreuz abgetragen hat, damit wir den Vater erkennen und zu ihm kommen können. Damit wir zu dem allmächtigen Gott im Vertrauen sprechen können. Damit wir in der Ewigkeit eine bleibende Heimat haben.

Mit dem heutigen Sonntag, liebe Gemeinde, beginnt eine besondere Woche, die Karwoche mit ihren emotionalen Tiefen und Höhen. Auch wenn wir es vielleicht nie ganz verstehen, was Karfreitag und Ostern geschehen ist, so ist es doch wertvoll und wichtig darüber nachzudenken. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist, als wir denken und verstehen können, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.      

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Gedanken zum Jahreswechsel

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offb 21,6  Jahreslosung 2018

Ein neues Jahr hat begonnen. Wir schreiben das Jahr 2018. Noch ist es ganz frisch wie ein unbeschriebenes Blatt. Vor uns liegen Tage , Wochen und Monate, die ausgefüllt sein werden. Vielleicht können wir anknüpfen an das, was wir in den vergangenen Wochen getan haben. Eine Arbeit, die uns fordert und erfüllt, eine Aufgabe, die wir noch nicht zu Ende gebracht haben. Vielleicht aber stehen wir vor einer ganz neuen Situation. Alles Bisherige verliert an Bedeutung. Ein neuer Weg muss gegangen werden.

Am Jahresanfang haben wir viele Wünsche. Wir nehmen uns vor, dass etwas anders, besser wird in unserem persönlichen Leben. Mancher möchte ganz von vorn beginnen und noch einmal eine Chance bekommen. Mancher startet mit guten Vorsätzen in das neue Jahr. Manche Wünsche sind aber viel kleiner. Da geht es darum, eine Krankheit zu überwinden, da geht es um ein wenig Linderung der Schmerzen, da geht es auch um Hoffnung, die am Ende nicht stirb

Ich wünsche Ihnen allen für das Jahr 2018  Gottes Segen für Sie persönlich und für Ihre Angehörigen.

Wir Lektoren möchten auch in diesem Jahr die Gottesdienste, Andachten, Friedensgebete und Bibelabende zusammen mit Ihnen gestalten. Es wäre schön, wenn Sie uns bei einer der Veranstaltungen mit Ihrer Anwesenheit unterstützen würden.  Auch bei persönlichen Problemen können Sie uns gern kontaktieren. Wir werden in Zusammenarbeit mit dem Ortsteilräten und dem Heimat- und Tourismusverein interessante Konzerte in der Matthäuskirche und der Kapelle Haselbach organisieren.

Gottes Wort will in die Welt getragen werden. Es soll ganz besonders die erreichen, die sich danach sehnen, glücklich zu leben. Die nach Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit und Frieden suchen. Die nach dem Sinn ihres kleinen Lebens fragen.

Die Jahreslosung 2018 gibt da Mut. Sie spricht davon, den lebensdurstigen Menschen mit lebendigem Wasser zu sättigen. Nie mehr Durst verspüren, immer wieder sich der Quelle zuwenden können, so sagt sie. Es ist eines der kräftigen Bilder der Bibel, die uns hier vor Augen geführt wird. Das erfrischende Wasser eines sprudelnden und überschäumenden Gebirgsbaches etwa, der mit lautem Getöse in die Tiefe stürzt, oder die kleine stille Quelle  in unserer Heimat, deren Wasser irgendwie anders schmeckt, als das aus der Leitung.

Wasser ist ein Urelement und ohne Wasser ist Leben nicht möglich. Wir leben, weil wir Wasser haben. Und so ist es mit Gottes Wort. Durch ihn sind wir, was wir sind. Wir haben von ihm unser Leben empfangen. Durch Gottes Gnade leben wir in unserer ganz eigenen Gestalt. Und zu Gott kehrt alles zurück. Wenn Gott der Ursprung allen Seins und seine Quelle ist, so können auch alle seine Geschöpfe darauf vertrauen, dass Gott sie erhält und bewahrt. Dass er ihnen gibt, was sie zum Leben brauchen. Das tut Gott ohne Gegenleistung, ohne dass man an der Kasse bezahlen muss. Der Durstige, der sich nach einem Labsal sehnt, einer Erfrischung, einem neuen Morgen, der kann zu Gott kommen jederzeit, denn der lebendige Gott verspricht ihm, dass er für ihn sorgen will.

Ich wünsche Ihnen von Herzen solche frischen Erfahrungen.

Ihre Uta Baumfelder

 

Secondly, 69% of undergrads are female, as are 81% of https://writemypaper4me.org/ post-baccalaureate students and 58% of grad students