Archiv für den Autor: Manuela Schmidt

Gedanken zum Monatsspruch November 2019

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Hiob 19,25

Wann bitten Menschen um Erlösung?

Die Antwort auf diese Frage ist gar nicht mal so leicht. Denn da gibt es verschiedene Gründe: Sicher kennen Sie diese Momente, wo man voller Ungeduld und gleichzeitig mit großer innerer Anspannung auf etwas wartet. Ob nun auf ein Prüfungsergebnis, auf einen Befund. Da ist man dann froh, wenn man endlich von der Ungewissheit erlöst ist. Es gibt dann aber eben auch die Dinge im Leben, wo Erlösung vom Betroffenen manchmal ganz sehr herbeigesehnt wird. Auch da gibt es verschiedene Gründe: Die einen bitten um Erlösung von ihren manchmal wochen-, monate – oder sogar jahrelang andauernden Schmerzen. Andere bitten darum, das sie endlich von einer Krankheit erlöst werden. Und dann gibt es wohl noch eine Gruppe von Menschen, die wir in unserem Alltag nur selten im Blick haben. Die Menschen in den Kriegsgebieten. In welcher ständigen Angst müssen diese Menschen leben? Sie bitten wohl um eines ganz sehnlichst: Das endlich es Frieden wird in ihrem Land.

Ihr merkt, ganz unterschiedliche Gründe. Aber sie eint eben dieses Eine: Sie wollen, das ihr Leid endlich vorbei ist. Endlich Gewissheit haben, keine Schmerzen mehr, nicht mehr alle paar Wochen zu einem Arzt fahren müssen. Oder eben endlich keine Angst mehr haben, das wieder eine Bombe in der Nähe niedergeht.

Nun gibt es Menschen, die ertragen ihr Schicksal, ohne Murren. Dann gibt es wohl auch die, die keine Hoffnung mehr haben. Und die, die nach dem „Warum“ fragen.

So ging es lange auch dem Hiob. Viel musste er durchleiden. Und immer war da dieses „Warum?“ Er könnte ja nun aufgeben. Nein. Irgendwann merkt er, das er mit all seinem Leid nicht allein ist. Das es noch vielen Menschen so geht. Und dann kommt die Wende in seinem Denken. Und genau da sagt er: „Aber ich weis, das mein Erlöser lebt“.

Und das soll auch uns Hoffnung geben. Wir sind nicht allein.

Ihre Manuela Schmidt

Gedanken zum Monatsspruch für September 2019

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Mt 16,26

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

nun ist sie fast wieder vorbei, die schöne Sommer- und Urlaubszeit. Die Schule begann und das Hamsterrad läuft von vorne. Hoffentlich fanden die meisten Ruhe und Erholung in den warmen Sommermonaten. Hoffentlich, weil es vielen schwer fällt, abzuschalten. Im Alltag jagt ein Termin den nächsten – beruflich wie privat. Vor allem Berufstätige, Selbstständige und Eltern wissen sicher ein Lied davon zu singen. 8 bis 12 Stunden Arbeit voller Verantwortung und dann noch die Kinder zu diesem oder jenen Termin fahren oder selbst noch den Hobbies nachgehen, sich in Vereinen engagieren, den Haushalt bewältigen oder Freunde besuchen. Meist steht immer viel an. Selbst bei den meisten Ruheständlern herrscht oft rege Betriebsamkeit. Viel will noch organisiert und erlebt sein. Selbst die Tage des Urlaubs sind meist geprägt von Tatendrang, man will die kostbare freie Zeit schließlich gut nutzen. Immer schneller scheint das Leben an uns vorbei zu ziehen. Langeweile – schwer auszuhalten. Pausen – selten. Anhalten – unmöglich. Wir wollen was erreichen im Leben, anerkannt werden von den anderen, geschätzt und respektiert. Einfach ein gutes Leben leben. Gut heißt dabei ereignisreich, fit und fidel. Dafür pflegen wir Körper und Geist. Wir treiben Sport oder ernähren uns gesund. Wir lernen und bilden uns fort, versuchen, mitzuhalten.

Eine ganze Weile geht das auch gut. Bis uns etwas aus der Bahn wirft. Etwas Unvorhergesehenes. Eine Krankheit, ein Streit, Arbeitslosigkeit oder ein Trauerfall. Auch eine Schwangerschaft kann vieles, was wir uns vornehmen, durcheinander bringen. Aber nicht nur spezielle Ereignisse lassen uns spüren, dass alles seine Zeit hat und es manchmal nicht ausreicht, Körper und Geist in Schuss zu halten. Manchmal fühlt man sich, als könne man die ganze Welt verändern, Bäume ausreißen, einfach nur glücklich sein und manchmal wirkt alles so schwer, so bedrückend, so übermächtig. So geht es zum Beispiel vielen, die sich engagieren. Gestartet mit großen Ideen, liegen manchmal recht schnell große Steine im Weg, treten Neider auf oder werden Probleme unüberwindbar. Oder die erhoffte Anerkennung bleibt aus.

Die Bibel sagt dazu: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ Viel können wir erreichen, die ganze Welt könnte man gewinnen – doch zu welchem Preis? Psychische Erkrankungen wie Burnout haben scheinbar stark zugenommen. Die Seele leidet unter der Rastlosigkeit.

Aber was ist eigentlich die Seele? Körper – klar. Geist – auch verständlich. Aber Seele? Wir kennen das Wort nur noch von Redewendungen wie „Essen hält Leib und Seele zusammen“, „ein Herz und eine Seele“ oder „eine gute Seele“. Die Seele merken wir nur, wenn es ihr offenbar schlecht geht, wir uns seelisch krank fühlen. Gern benutzen wir heute wissenschaftliche Ausdrücke für das, was wir nur schwer fassen können. Seele setzen wir oft mit Psyche gleich. Dabei ist die Seele etwas, was uns wie Körper und Geist ausmacht, beides vielleicht sogar zusammen hält und etwas, was wie Körper und Geist auch gepflegt werden will. Als Christen glauben wir, dass unsere Seele unsterblich ist, dass sie uns von Gott geschenkt wird, dass sie etwas Heiliges ist. Sie macht uns aus. Der Körper ist unser äußeres Abbild, das was andere sehen, aber er verändert sich ständig und stirbt schließlich. Der Geist umfasst unser Wissen, unser Können, unsere Gedanken. Man kann ihn trainieren und fördern. Aber auch er ist endlich. Das erleben viele, die älter werden. Das Gedächtnis lässt nach, der Geist wird immer schwieriger zu trainieren. Die Seele aber ist das, was uns bleibt und das, was uns ausmacht. Die Seele ist etwas Einzigartiges und sie will gepflegt sein, wie Körper und Geist. Wie geht das? Durch Ruhe und gute Gedanken, durch Freundlichkeit und einer Kraft, die ihr von Gott zuwächst, durch ein Gebet zu dem, von dem sie kommt und zu dem sie geht. Mögen wir in aller Unruhe unserer Zeit, nicht nur die Welt gewinnen wollen, sondern auch Schaden von unserer Seele abwenden. Möge uns Gott dabei helfen!

Chris Schönefeld

Gedanken zum Monatsspruch August 2019

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Matthäus 10,7

Wie ist das heutzutage eigentlich mit den Nachrichten? Hören oder lesen wir da auch mal positive Nachrichten? Leider sind Diese doch eher selten. Es überwiegen doch meist die negativen Schlagzeilen: Krieg in….., Firma … meldet Insolvenz an, Tornado fegt über ….. oder: Massaker in……

Wir werden geradezu überschüttet von Meldungen über ganz schlimme Dinge. Klar, solche Nachrichten, die treffen in unserer recht schnelllebigen Zeit irgendwie unser Innerstes. Etwas Positives, das dringt, so hat man manchmal das Gefühl, gar nicht mehr an uns heran. Oder würden Sie darauf reagieren wenn es heißt: der Krieg in …. ist nach soundsoviel Jahren endlich vorbei?

Man hat oft das Gefühl, das wir gar nicht mehr offen sind für die guten Nachrichten. Und das Schlimme um uns herum immer mehr wird. Hoffnung keimt da eher selten auf.

Und dann lesen wir im Spruch für den Monat August: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Eine doch scheinbar unlösbare Aufgabe. Wie sollen wir denn den Menschen, die ja nur noch negative Dinge hören, erklären, das so etwas Wundervolles nahe ist?

Okay, die Jünger damals, die haben diesen Satz von ihrem Meister, von Jesus Christus gehört. Und er gab ihnen nicht nur die reinen Worte mit, sondern im weiteren Text erfahren wir, das er ihnen auch die Fähigkeit mitgibt, Kranke zu heilen, Tote aufzuerwecken und Aussätzige rein zu machen. Aber auch diese Fähigkeiten haben wir heute ja nicht.

Braucht es denn aber solche Fähigkeiten? Oder ist es nicht manchmal viel wichtiger, jemandem einfach zuzuhören? Sich Zeit zu nehmen, wenn jemand krank ist oder trauert? Einfach da zu sein. Damit derjenige die Last, die ihn bedrückt, teilen kann.

Und irgendwie ist da ja noch etwas in uns, wenn wir all die schlimmen Nachrichten hören: Die Sehnsucht, das irgendwann Frieden ist auf dieser Welt herrscht, und das auch wir eines Tages friedlich leben können. Also ohne Angst vor Krieg, ohne Angst vor der Zukunft.

Und auch das will uns Jesus mitgeben: Es ist nahe, das Himmelreich. Es ist noch nicht da, aber ihr dürft darauf hoffen.

Irgendwie ist das doch ziemlich weit weg von unserem Alltag. Aber es gibt einen Tag im Jahr, da sind wir plötzlich offen für diese Botschaft: An Heiligabend. Zu Tausenden strömen die Menschen da in die Kirchen. Und sie nehmen etwas mit von dem, was Himmelreich bedeuten kann.

Weihnachten ist nicht jeden Tag. Ich weiß. Aber wir haben jeden Tag die Möglichkeit, etwas vom Himmelreich zu sagen: zu unserer Familie, zu unseren Nachbarn, zu den Menschen, die sich so sehr nach einem lieben Wort sehnen. Nutzen wir diese Möglichkeit, und reden von dem, was uns tief im Herzen trägt.

Eure Manuela Schmidt

Gedanken zum Monatsspruch Juni 2019

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.
Sprüche 16,24

Wann habt ihr zuletzt freundliche, aufbauende Reden gehört, die Euch, wie der Bibelvers für Juni sagt, „süß wie Honigseim“ und „heilsam für die Glieder“ waren? Freundliche Reden – darunter verstehen wir oft Lob. „Das geht runter wie Öl“, sagen wir, wenn wir ein Lob bekommen, von dem wir vielleicht selbst ein wenig überrascht sind. Genau wie das Öl stand der Honig im alten Israel für etwas Angenehme, etwas Wohltuendes. Der Vergleich mit Honig verdeutlicht, dass gute Worte nicht bloß im Kopf ankommen, sondern dem ganzen Körper guttun können, genauso wie böse Worte Schmerz verursachen, als bekäme man einen „Schlag in die Magengrube“.

Aber, wie alles im Leben, ist das mit den „süßen“ Worten so eine Sache. Wer dem anderen „Honig ums Maul schmiert“, hegt meist zweifelhafte Absichten. Worte können süß und angenehm sein, aber im Nachhinein „bitter aufstoßen“ und vergiftet sein, wenn sich herausstellt, dass damit böse Zwecke verfolgt wurden. Gerade ist der erste Wahlkampf in diesem Jahr zu Ende. Viele Reden wurden gehalten, aber meist war der Inhalt eher mahnender oder kritischer Art. Die eine oder andere Wohltat wurde zwar auch versprochen, aber oft glauben wir den Versprechen nicht mehr. Zu oft wurden wir enttäuscht. Aber nicht nur in der Politik – auch im Zusammenleben von uns, in der Arbeit der Vereine und im allgemeinen Dorfalltag überwiegen oft die kritischen, manchmal auch unberechtigt harten Worte. Mit Lob sind wir sparsam, mit Kritik überaus großzügig. Gehässig und sarkastisch werden unsere Worte schnell. Manchmal wünscht man sich, so manches Gespräch besser nicht geführt, so manche Rede nicht gehört zu haben, weil es nur Zwietracht säte und nichts zum gelingenden Miteinander beiträgt.

Den passenden Maßstab für Lob und Tadel kann man in der Bibel finden. Ihre Worte sind manchmal sogar noch süßer als Honig. Wer die Bibel studiert, lernt auf angenehme Weise das Gute. Bibellesen finden wir allerdings altbacken und die meisten wollen damit nichts zu tun haben. Vieles rutscht uns nicht so „glatt“ die Kehle herunter, manche Worte verstehen wir nicht, wollen es oft auch gar nicht verstehen und es uns erst recht nicht im Gottesdienst darlegen lassen. Doch sollten wir nicht zu schnell aufgeben, denn der Geschmack kommt bekanntlich beim Essen. Dazu eine kleine Begebenheit. Der Prophet Ezechiel wird von einem himmlischen Boten aufgefordert, eine Schriftrolle zu essen, die lauter Anklagen gegen das Volk Israel enthält, das sich von Gott abwendet. Doch während des Essens werden dem Propheten die bitter erscheinenden Worte im Mund „süß wie Honig“, denn es sind Worte, die die Wunden und Verletzungen zwar offenlegen, aber wie Honig einen kratzenden Hals auch lindern helfen.

Bibellesen kann, so absurd es für die meisten von Euch klingen mag, den Blick auf eine Situation verändern. Es kann helfen, zu unterscheiden, wann man wem etwas Bestimmtes sagt und vor allem wie. Sei es ein Lob, oder auch mal eine Rückmeldung, die dem anderen im ersten Moment nicht „schmeckt“, sich später aber positiv auf die gemeinsame Beziehung auswirkt, weil sie ehrlich war. Dem anderen etwas so zumuten, dass er oder sie es für sich annehmen kann. Diese Kunst bekommen wir zwar selten hin, aber vielleicht könnte es uns in unserem Miteinander in so mancher Situation helfen. Es bliebe uns zu wünschen.

Chris Schönefeld

Gedanken zum Monatsspruch Mai 2019

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.
2. Samuel 7,22

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ – ich denke, man kennt dieses Gebot, das Erste von den 10 Geboten aus dem Alten Testament. Aber wie ist das nun heute, in Zeiten von „mein Haus, mein Auto, mein Boot“?

Hat Gott da noch einen Platz in unserem Leben? Oder sind es so viele andere Dinge, nach denen wir streben? Ob nun die Anerkennung in der Gesellschaft, oder eben der Besitz. Uns wird ja eigentlich immer erzählt, wie wichtig es ist, etwas Bestimmtes zu besitzen. Oder Erfolg zu haben. Die Karriereleiter immer weiter empor zu steigen.

Und seien wir ehrlich, es gibt sie ja, diese Menschen, in deren Leben scheinbar alles glatt zu laufen scheint. Egal, was sie anfangen, es gelingt ihnen. Ein Scheitern – eigentlich undenkbar.

In einer solchen Situation befindet sich der König David. In seinem Leben hat er es sehr weit gebracht. Mittlerweile ist er König über ganz Israel geworden und hat Jerusalem erobert. Doch dann passiert etwas Erstaunliches. Über den Propheten Nathan erhält David eine Verheißung: David ist der von Gott Auserwählte, dessen Geschlecht und Thronfolge für immer Bestand haben soll.

Die Reaktion Davids ist verständlich, wenn er sinngemäß sagt: „Wer bin ich eigentlich, dass Gott mich nicht nur zum König des Volkes Israels gemacht hat, sondern mir überdies für die Zukunft solche Zusagen macht.“

David ist überwältigt von der Zusage Gottes. Ihm, dem Hirtenjungen, widerfährt so etwas Großartiges. In dieser Situation preist er Gott: „Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir!“ Er erkennt Gott als den einen und einzigartigen an.

Dabei ist Davids Vertrauen in Gott vollkommen. Er vertraut darauf, dass Gott diese Verheißung wahr werden lässt. Von Zweifeln, die David haben könnte, ist uns nichts überliefert.

Aber wir, wir kennen sie, die Zweifel, die Ängste. Jeder von uns wird sie schon ein oder mehrmals in seinem Leben gehabt haben. Und dann stellen wir uns die Frage: Was bringt mir das ganze Geld, die Anerkennung? Nichts. Das, wann dann trägt, oder besser gesagt, uns tragen soll, ist das Vertrauen auf Gott.

Doch können wir Gott voll und ganz vertrauen? Auch wenn wir schon Zeiten in unserem Leben hatten, in denen wir ganz und gar das Vertrauen verloren haben in Gott? Wenn wir einen uns nahen Menschen gehen lassen mussten? Unsere doch so sicher gedachte berufliche oder private Zukunft es so nicht mehr gab.

Vertrauen, das einmal verloren gegangen ist, wieder aufzubauen, das braucht Zeit, das ist nicht innerhalb eines Tages, einer Woche oder Monats wieder vorhanden. Manchmal braucht es Jahre. Und so wünsche ich ihnen und uns diese Zeit. So das auch wir eines Tages wieder sagen können: „Und ist kein Gott ausser dir“

Ihre Manuela Schmidt

Gedanken zum Monatsspruch im März 2019

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.
1 Samuel 7,3

Liebe Schwestern und Brüder,

woran Du dein Herz hängst, das ist Dein Gott“ – so hat es Martin Luther einmal erkannt und in seinem Katechismus (= Handbuch zum besseren Verständnis der zentralen christlichen Glaubensinhalte, im Gesangbuch hinten enthalten) formuliert. Dieser einfache Satz bringt gut zum Ausdruck, wie schnell uns Menschen das, was wir lieben, zum höchsten Gut wird. Und woran hängen wir nicht alles unser Herz: an so manchen liebgewordenen Gegenstand wie das eigene Haus oder Auto, den eigenen Wohlstand, an unsere Heimat, an die Gesundheit, den Partner oder die Familie oder auch an Gefühle wie Anerkennung und Wertschätzung. So vieles hat Bedeutung in unserem Leben, ist uns wichtig und kostbar. So wichtig, dass wir alles dafür tun, uns einsetzen mit ganzer Kraft. So wichtig und bedeutsam, dass wir oft verzweifeln, wenn es uns abhandenkommt, wenn es verletzt oder beschädigt wird oder uns was nicht gelingt. Was bei einem ersetzbarem Gegenstand wie einem Auto oder Haus noch verschmerzbar ist, belastet uns bei Fragen der Gesundheit oder der Familie umso mehr. Wie schnell wird einem hier das Herz gebrochen!

In der Aufzählung der Dinge, die einem am Herzen liegen, wird, so ehrlich sollten wir sein, bei den wenigsten von uns Gott auftauchen. Klar, wir nennen uns Christen und irgendwie glaubt man als solcher an Gott oder eine höhere Macht, aber irgendwie erscheint dieser Gott auch so weit weg, so unnahbar. Anders als die Familie, als die Gesundheit oder das Auto fällt es schwer, sein Herz an ihn zu hängen. Schon den eigentlich gottesfürchtigen Israeliten ging es damals ähnlich. Sie glaubten zwar an den Gott ihrer Väter, aber auch ihnen waren ganz weltliche Dinge wichtig, z.B. möglichst große Viehherden oder viele Kinder zu haben, die Anerkennung und Respekt der anderen zu erhalten. Vieles wurde auch Ihnen zum Ersatzgott.

Genau in diese Situation hinein, wurden die Israeliten und werden auch wir vom Propheten Samuel ermahnt mit Worten, die uns als Monatsspruch für den März gegeben sind. „Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein.“ Samuel fordert uns auf, alle anderen Götter zur Seite zu tun und allein den HERRN anzubeten und ihn zur allein bestimmenden Kraft unseres Lebens zu machen. Als Menschen stehen wir immer ja wieder vor der Frage, welche Mächte unser Leben bestimmen. Wir mögen uns oft selbstsicher und unabhängig geben, als ob wir selber bestimmen, was wir warum tun oder lassen. Doch wissen wir auch, dass vieles nicht in unserer Macht steht. Der Familienfrieden nicht, die Gesundheit nicht. Viele Kräfte zerren an uns. Viele Stimmen flüstern in unser Ohr und wollen uns diese oder jene Richtung weisen. Doch auf welche Stimme hören wir? Je nach Situation oder Herausforderung stellen wir das eine oder das andere mehr in den Vordergrund, je nachdem, was uns Vorteile bringt. Mal lassen wir unser Handeln von unserem christlichen Glauben dominieren, mal bestimmt uns zum Beispiel das Bedürfnis, noch wohlhabender zu werden, auch wenn unser Verhalten dann christlichen Werten widerspricht.

Der Prophet mahnt uns, unser ganzes Leben, all unser Denken und Handeln, von unserem Glauben an Gott bestimmen zu lassen und zwar an den Gott, von dem Jesus uns gezeigt hat, dass er gar nicht so unnahbar ist, wie wir meinen, sondern voller Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Wenn wir uns diesem liebenden Gott ganz unterstellen, dann können uns diese Werte so erfüllen, dass sie unser alltägliches Handeln bestimmen, sowohl in der Gemeinschaft der Christen als auch in Schule, Studium oder Beruf. Dann kann man sich nicht in einem Bereich christlich verhalten und in einem anderen nicht, sondern Gottes Liebe und Gerechtigkeit werden für uns immer und überall bestimmend. Das kann uns dann auch helfen, wenn unsere anderen Götter mal wieder versagt haben und unser Herz gebrochen ist.

Hören wir also auf Samuel und wenden unser Herz wieder Gott zu. Er wird’s wohl mit uns machen.

In diesem Sinne grüßt Euch herzlich

Chris Schönefeld

Gedanken zum Monatsspruch für Februar 2019

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Römer 8,18

Liebe Leserinnen und Leser des Oberlandkuriers,

wie schaut Ihr täglicher Ablauf aus? Morgens klingelt der Wecker, dann wird geduscht, das Frühstück schon mal zurecht gemacht, die Zeitung geholt und dann schnell was gegessen und ein Kaffee getrunken. Dann die Schuhe an, Jacke anziehen, Haustür zu und ab ins Auto. So sollte es sein, wenn alles nach Plan laufen würde. Doch: Oh Schreck. Erst ist die Zeitung noch nicht da, dann der Toast verbrannt. Und dann, als man schon im Auto sitzt: Mist, im Haus noch was vergessen.

Das sind die kleinen Probleme, die uns im Alltag begegnen können. Man denkt dann oft noch längere Zeit: Hätte ich mal lieber vorher geschaut, wie der Toaster eingestellt ist, wäre vorm Gang nach draussen lieber noch mal durchgegangen, ob ich alles hab.

Wie schon erwähnt, das sind die Kleinigkeiten, die unseren Alltag ein wenig durcheinanderbringen. Aber dann gibt es die Dinge, die lassen unser ganzen Leben aus der Bahn geraten: Eine plötzlich auftretende Krankheit, der Verlust der Arbeit, die Nachricht vom Tod eines Menschen. Mit den Gedanken dazu sind wir nicht nur mal eben eine Stunde oder einen Tag beschäftigt – nein – das kann Monate oder sogar Jahre dauern. Ich denke mal, jeder von uns hat das schon einmal erlebt.

Und dann lesen wir den Monatsspruch für Februar. Er stammt vom Apostel Paulus. Und der eine oder andere wird sich denken: „Ja, der Paulus, der hat bestimmt leicht reden. Spricht da von einer Herrlichkeit, die an uns offenbart wird. Woher will der denn wissen, was Leid ist“

Die Antwort darauf ist aber nicht die erwartete: Der Apostel Paulus weiß sehr wohl, was Leid ist. Er wurde verfolgt und ins Gefängnis gebracht.

Aber für ihn gibt es etwas, das ihm Hoffnung gibt: Er vertraut darauf, dass er eines Tages Gottes Herrlichkeit sehen darf.

Und damit will er auch uns Hoffnung schenken. Das dann Leid, Schmerz und Angst vergangen sind.

Paulus sagt das nicht nur, nein, er ist fest davon überzeugt.

Diese Überzeugung, die hatte Paulus nicht immer. Es war ein langer Weg für ihn, der nicht immer leicht war. Aber er ist ihn gegangen. Durch die Höhen seines Lebens, aber auch durch die tiefsten Tiefen.

Und das können auch wir – im Jahr 2019. Mit Gott an unserer Seite.

Ihre Manuela Schmidt

Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2018

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.
Matthäus 2,10

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

was verbindet Ihr eigentlich mit Sternen? Sterne haben die Menschen schon immer fasziniert. Sie wecken Assoziationen, die sich sogar in unserer Alltagssprache, in Redewendungen wiederfinden – „Auf zu den Sternen!“, „Sternstunden“, „Du bist mein Stern“ oder auch „Ein Stern, der deinen Namen trägt“. Noch heute bemühen sich selbsternannte Sterndeuter um die richtige Auslegung von Sternkonstellationen und ihre Bedeutung für das Leben. Sicher lesen viele von Euch auch Ihr Horoskop, zumindest hin und wieder und selbst wenn man als aufgeklärter Menschen eigentlich nicht daran glaubt, so liest man es dennoch, denn es könnte ja stimmen. Auch wissenschaftlich sind die Gestirne von einer ungemeinen Faszination. Astro-Alex, also der deutsche Astronaut Alexander Gerst, hat es auf sehr humorvolle Weise geschafft, neu für das Weltall und auch die Sterne zu begeistern. Ereignisse, wie der Blutmond in diesem Jahr, locken tausende in die Natur, um einem seltenen Phänomen beizuwohnen. Und nicht zuletzt der „Krieg der Sterne“, Star Wars und Star Treck, also die Mischung aus Wissenschaft und Fiktion begeistern viele. Aber warum ist das eigentlich so?

Sterne leuchten in der dunklen Nacht. Kindern erzählt man auch, dass ein verstorbener Mensch nun dort oben ist und von dort auf einen aufpasst, um den Verlust erträglicher zu machen. Wenn man von Sternstunden spricht, meint man die ganz besonderen Momente im Leben. „Du bist mein Stern“ – so betitelt man auch nur Menschen, ob Kind oder Partner, der einem besonders am Herzen liegt. So bedeutsam, dass man für ihn oder sie die Sterne vom Himmel holen oder, was heutzutage möglich ist, einen neuentdeckten Stern schenken würde.

Sterne sind also etwas ganz besonderes und wir verbinden damit fast ausschließlich positive Gedanken. Sterne wecken Hoffnung, machen Mut, deuten auf etwas Größeres hin, in das wir auf und mit unserer Erde eingebunden sind. Aber sie sind auch unerreichbar, weit weg und vielleicht beflügeln sie gerade deshalb unsere Fantasie. Die alten Hochkulturen der Maya und ebenso die alten Ägypter interpretierten die Sterne auf unterschiedlichste Arten. Auch die Weisen aus dem Morgenland, von denen unser Monatsspruch spricht, waren wohl Sterndeuter. Der Evangelist Matthäus berichtet, dass sie einem besonders hellen Stern folgten und große Hoffnung mit ihm verbanden. Dieser Stern führte sie nach Bethlehem – zum Kind in der Krippe, dem König aller Könige, Jesus Christus. Ihr ganzes Vertrauen setzen sie dabei in einen Stern. In dunkler Nacht führt er sie zur Hoffnung für die Welt. Dunkle Nacht ist dabei durchaus auch im übertragenen Sinne zu verstehen. Sie lebten in Zeiten des Umbruchs. Kriege und Gewalt waren alltäglich und jeder Herrscher und Prophet beanspruchte für sich die alleinige Wahrheit. Die meisten Menschen waren unfrei und kaum einer erwartete, dass sich das ändern würde. Mitten in dieser Situation werden sie durch einen Stern in Bewegung gesetzt. Sie machen sich auf den Weg und sie werden belohnt. Sie finden Christus, der als erwachsener Mann die Welt erlösen, befreien und verändern wird. Christus, dessen Botschaft von der Liebe Gottes, in der alle Menschen gehalten sind, auch über 2.000 Jahre später noch Menschen folgen.

Es ist gut, dass wir die Geschichte der Sterndeuter und ihres Weges zum Kind in der Krippe jedes Jahr zu Weihnachten mitten in der dunkelsten Zeit des Jahres mit dem kürzesten Tag hören und uns damit Mut machen lassen. Mut, dass mit diesem Kind immer wieder neu ein Aufbruch geschehen kann, ein Licht in die Welt kommt, die uns oft dunkel erscheint, immer noch voller Egoismen, Gier, Hass und Gewalt, Not und Leid.

Ich wünsche Euch, dass Ihr nun, am Ende eines ereignisreichen Jahres, mitten im dunklen Dezember, zumindest hin und wieder auch einen Stern seht, der Euch Hoffnung macht, der Euch zu Weihnachten vielleicht aus den Augen Eurer Kinder und Enkel anleuchtet und Ihr angesteckt werdet von der hoffnungsvollen Botschaft von Jesus Christus. Damit ihr gestärkt in ein neues Jahr gehen könnt, was auch immer es bringen mag! Für alles Kommende wünsche ich Euch Gottes reichen Segen!

Chris Schönefeld

 

Monatsspruch November

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
Offenbarung 21,2

Liebe Schwestern und Brüder,

ein mächtiges Bild, das uns Johannes als Verfasser der Offenbarung da liefert.

Und ja: Großformatige Bilder standen dem Johannes vor Augen – damals, als die erste Verfolgung über die christlichen Gemeinden herein brach.
Bedroht, verfolgt, bestraft – Johannes wurde verbannt auf die Insel Patmos. Dort im Exil empfing er Visionen und schrieb sie auf. Für alle die Anderen, die in Bedrängnis waren, in Angst, in Verzweiflung. Auch für uns heute.
Bilder, die uns hinein schauen lassen in die Zukunft. In die Ewigkeit. In der alles ganz anders sein wird.

Etwas, das wir uns oft in unserem Alltag gar nicht vorstellen können. Und so bleibt Johannes nicht bei diesem einen Bild, sondern er beschreibt uns weitere:

Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu

Wir gedenken in diesem Monat an zwei Sonntagen unserer Toten. Am Volkstrauertag den in den beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten und am Ewigkeitssonntag – oder wie er bei uns oft genannt wird, dem Totensonntag – unserer lieben, manchmal schon vor Jahren oder in diesem Jahr verstorbenen Angehörigen.

Ein Mensch stirbt. Geht von uns. Wir bleiben zurück. Mit unseren Tränen, mit unserer Angst vor der Zukunft. Mit dem Leid und dem Schmerz, den uns der Verlust eines lieben Menschen verursacht.

Aber da ist nicht nur die Trauer, da ist oft auch Leere in uns. Wir fühlen uns verlassen, allein. Nichts kann uns wirklich trösten.

Johannes schreibt weiter:

Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen.

Der Prophet Johannes sitzt weit weg – da auf der Insel, verbannt und verzweifelt, bedrängt, traurig, voller Angst.
Von da blickt er in den neuen Himmel und auf die neue Erde. Und spürt doch ganz real, hier und jetzt, wie Gott seine Tränen abwischt. Dieser Gott, der sein Zelt nebenan aufschlägt. Und der seine verletzten Menschenkinder in den Arm nimmt.

Und nun sitzen wir hier, im November 2018, mit unserer Trauer, unseren Tränen, unseren Fragen. wir wünschen uns, dass auch wir etwas davon spüren: Wie Gottes zärtliche Hand uns über die Wange streicht. Und er uns in seine tröstenden Arme nimmt.

Ihre Manuela Schmidt