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Gedanken zum Monatsspruch April 2026

Liebe Schwestern und liebe Brüder,

jetzt Anfang April feiern wir wieder Ostern. In unseren und den Nachbargemeinden bieten zahlreiche Gottesdienste die Möglichkeit, gemeinsam an Jesu letzte Tage hier auf Erden und all die Ereignisse, die damals auf ihn zu kamen, zu gedenken. Auch vielleicht die Menschen in den Blick zu nehmen, die ihn dabei begleiteten. Ob nun sein letztes irdisches Gebet zu seinem himmlischen Vater im Garten Gethsemane, der Prozess, sein schmerzhafter Weg hoch zum Kreuz, die Kreuzigung und dann seine Auferstehung. Aber eben auch z.B. die beiden Marias, die mit ansehen mussten, wie ihr Sohn und Meister gekreuzigt wurde. Oder die Jünger, die dachten, er sei für immer fort und die dann von seiner Auferstehung erfuhren.

Die Kirchen erwarten dann wieder den einen oder anderen Gottesdienstbesucher, der vielleicht im Laufe des Jahres aus unterschiedlichen Gründen nicht regelmäßig zu den Gottesdiensten kommt. Für Manche ist es auch Gelegenheit, die eigene oder andere Kirchen mal wieder zu besuchen. Sich Zeit für den eigenen Glauben zu nehmen, der im Alltag oft „zu kurz kommt“.

Auf den Altären sehen wir dann den Gekreuzigten. In manchen Kirchen doch sehr realistisch dargestellt, in anderen vielleicht abstrakt. Aber alles eint die Darstellungen: Sie machen uns diesen für ihn letzten Moment auf Erden mehr als deutlich sichtbar.

In ettlichen Gärten oder auch an Brunnen ist es ein liebgewordener Brauch, Sträucher, Bäume oder eben auch Brunnen mit Eiern in unterschiedlichsten Farben und Mustern zu schmücken. Für viele sind es die ersten bunten Tupfer in all dem doch eher noch dominierenden Braun und Grau ringsum.

In den Bäckereien werden dann Hefegebäcke in Form des Osterlamms verkauft, auch diese Art von Gebäck ist ja in manchen Regionen Deutschlands fest mit dem Osterfest verbunden.

Wir merken: Gerade zu Ostern gibt es ganz viele Dinge, die wir mit unserem Glauben verbinden. Eigentlich ja eine schöne Sache. Doch dann kommt unser Monatsspruch, wir finden ihn bei Johannes im 20. Kapitel:

Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Nichts mit: Symbole, die uns an Ostern erinnern lassen. Nichts mit: schöne althergebrachte Bräuche. Sondern eher: Das was du nicht siehst, ist wahrer Glauben.

Doch schauen wir uns erstmal an, an wen die Wort gerichtet sind: Thomas war beim ersten Mal nicht dabei, als Jesus sich nach seiner Auferstehung seinen Jüngern zeigte. Als sie ihm dann davon berichteten, wollte er es ihnen nicht glauben. Nach allen menschlichen Erfahrungen schien es ihm unmöglich. Thomas hatte bei Jesus schon viele Wunder erlebt. Vermutlich war er dabei, als Jesus den jungen Mann von Nain wieder zum Leben erweckte und auch als er den verstorbenen Lazarus aus dem Grab wieder ins Leben rief. Trotzdem äußerte Thomas sich jetzt in dem Sinn, wie es heute etliche Menschen nach dem Zeitalter der Aufklärung tun: Ich glaube nur, was ich sehen und anfassen kann. Jesus gewährte ihm damals dieses Sehen und Fühlen, was bei Thomas den Glauben bewirkte: „Mein Herr und mein Gott!“ So betete er Jesus an. Aber für ihn und alle späteren, die erst aufgrund von handfesten Erfahrungen glauben wollen, sagte Jesus: „Glücklich können sich die schätzen, die glauben, obwohl sie nicht sehen.“

Ja, es ist wichtig, das wir durch das Kreuz auf dem Altar, die bunten Ostereier, Osterlämmer und vieles mehr immer wieder an Jesus und sein Leben erinnert werden. Doch noch wichtiger ist es, dass wir Vertrauen haben. Darauf, dass es mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist etwas gibt, dass wir zwar nicht sehen können, dass uns aber trägt. Was immer in uns, um uns, neben uns, über uns ist. Uns Kraft und Halt gibt. Auf das wir hoffen können.

Seien wir ehrlich, immer ist es gar nicht so einfach, manchmal auch schier unmöglich, auf etwas zu vertrauen, oder zu hoffen, was wir nicht mit eigenen Augen sehen, mit unseren Händen anfassen oder mit den Ohren hören können. Helfen kann uns dann eventuell das Beginnen mit einer täglichen Routine. Wenn wir uns jeden Abend beim Zubettgehen vornehmen, Gott zu danken für etwas Gutes, das im Laufe des Tages uns geschehen ist. Irgendwann können wir dann auch Menschen, die uns am Herzen liegen vor ihn bringen und für sie beten. Vielleicht bietet gerade der Gang in die Kirche zu Ostern eine Möglichkeit, in Gemeinschaft, wieder Gott und Jesus in unser Herz zu lassen.

Ich wünsche Ihnen und euch von Herzen einen gesegneten April,

eure Manuela Schmidt.

Gedanken zur Monatslosung

Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker

Offenbarung 15,3

Ich habe es einfach nicht glauben können. Die Coronasache war noch so prägend in allem, was das Leben ausmacht. Und dann ist es doch noch wahr geworden. Wir sind zum Urlaubmachen in die Berge gefahren. Dort, wo wir immer so glücklich waren in vielen gemeinsamen Jahren. Dort, wo das Leben langsamer tickt. Dort, wo das Herz und die Seele zur Ruhe finden. Es war alles auf das Beste bestellt. Wir durften das erleben, was wir uns erträumt hatten. Wir sind reich beschenkt und glücklich zurückgekehrt. Jede Minute war kostbar und wir haben sie alle reichlich ausgekostet.

Ich hoffe, dass Sie, liebe Leser auch ein paar wunderbare Erinnerungen an diesen Sommer beisteuern können. Auch wenn es nie geregnet hat und wenn jeden Tag die Sonne über Wochen  vom blauen Himmel strahlte, es war doch immer wieder so gut, die Wärme zu spüren.

Viel ist gewachsen, trotz aller Trockenheit. Die Beeren an den Sträuchern hingen übervoll und zuckersüß. Die frühen Äpfel wollten rasch verarbeitet werden und bescherten so manches volle Regal im Keller. Gurken und Tomaten konnten in der großen Hitze gut gedeihen und brachten reichlich Früchte. Was in unseren Haselbacher Gebirgsverhältnissen überhaubt nicht selbstverständlich ist und nur recht selten geschieht. Überfluss und Fülle sind eigentlich recht sparsam bei uns angesiedelt.

Manches ist  nicht so gut gediehen. Manches hat in diesem Jahr  keinen Erfolg gehabt. In unseren Augen. So ist das eigentlich normal. So erleben wir das immer wieder. Aber für das, was so gut geworden ist, sollten wir dankbar sein. Im Oktober feiern wir das Erntedankfest. Es sind nicht nur die Früchte des Gartens oder des Feldes, die uns nähren. Gott schenkt uns jederzeit ein Menge an Dingen, die wir als selbstverständlich betrachten und erst wenn sie nicht mehr da sind, uns schmerzlich bewusst werden. Unsere Dorfgemeinschaft war so ein Anker. Die Vereine waren präsent und wer wollte, konnte sich mit seinen Gaben einbringen. Die Kirchgemeinde gehörte uneingeschränkt zum öffentlichen Leben dazu. Aus den Reihen der politischen Gemeinde wurden immer wieder Vorhaben und Anliegen an die Bürger heran getragen. Das Leben pulsierte spürbar für alle Altersgruppen in unserem Dorf. Innerhalb kurzer Zeit haben sich die Verhältnisse umgekehrt. In unserem sozialen Gefüge Dorfgemeinschaft hat sich etwas Negatives eingeschlichen. Und es ist schwer geworden all die positiven Erfahrungen aus dem eigenen Leben einzubringen, damit andere davon aufgebaut werden können. Isolation ist ein schweres Problem. Trotz allem läuft unser Leben weiter. Es läuft auf den Wegen, die Gott für jeden von uns vorgesehen hat. Es läuft hell und schön und dunkel und traurig. Vieles ist völlig unverständlich. Vieles macht Angst. Vieles möchten wir gern ungeschehen lassen.

Der Monatsspruch für Oktober ist eine Hymne. Ein Lobpreis Gottes. Er stammt aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung. Johannes schaut auf das Meer. In seinen Gedanken taucht ein Monster auf. Ein Chaosdrachen, der das Böse verkörpert. Er ist geflohen, um der Verfolgung zu entgehen. Die Römer trachten danach, die junge Sekte der Christen zu zerstören. Auf der Insel Patmos hat Johannes eine Vision. Es ist eine Vision der Endzeit. Jesus Christus, den Gott aus dem Tod aufgeweckt hat und die Macht über diese Erde gegeben hat, kommt als Retter zurück auf diese Welt. Es wird aber nicht kampflos geschehen. Zuvor muss das Böse besiegt sein. Der Kampf gut gegen böse ist global. Es sind die letzten Kämpfe  auf dieser Erde. Johannes sieht, wie das Böse untergehen muss. Mit Blitz und Donner, mit Feuer und Wasser wird diese verrohte und ungerechte Welt untergehen. Gott hat Johannes solches schauen lassen. Er ist der Richter und seine Gerichte sind gerecht. Am Ende der Zeit wird Gott das Böse in dieser Welt vernichten und die, die sich zu seinem Sohn Jesus Christus bekannt haben, wird Gott ewiges Leben schenken. Und genau solche Seelen singen den Lobpreis, der unseren Monatsspruch beinhaltet. Es ist das Lied, das Mose mit seinem Volk der Israeliter einst sang, als sie aus  ägyptischer Herrschaft befreit waren.

Was bleibt für uns von diesem Text? Gott ist und bleibt der Schöpfer dieser Welt. Gott liebt seine Schöpfung. Auch dann noch, wenn Menschen brutal zu Werke gehen. Auch dann noch, wenn Menschen Krisen aller Art verschulden. Auch dann noch, wenn Menschen sich in schrecklichen Kriegen gegenseitig töten. Auch dann noch, wenn Menschen die Liebe untereinander erkalten lassen.

Gottes Zusage an seine Schöpfung bleibt bestehen. Gott liebt dich und mich. Es liegt an dir, alle die großen und kleinen Wunder, die er jeden Tag für dich bereit hält zu sehen. Seine Wege mit dir sind gute Wege. Alle deine Irrwege führen letztlich an ein gutes Ziel. Dafür zu danken ist jetzt die Zeit. Wer danken kann, kann auch getrost ein ganzes Stück von allen Sorgen und Problemen abgeben, die uns tagtäglich das Leben so unendlich schwer machen.

Dass uns das gelingen möge, wünsche ich Ihnen allen von ganzen Herzen. Bleiben Sie behütet!

Ihre Uta Baumfelder

Gedanken zum Monatsspruch Juli

„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“

Liebe Schwestern und Brüder,

letzte Woche habe ich noch Tagetes gepflanzt. Sie waren irgendwie übrig geblieben und einfach so wegwerfen wollte ich nicht. Sie hatten keinen Topfballen, der ihnen beim Anwachsen helfen würde. Ich habe sie einfach aus dem Anzuchtkasten gezogen und in die heiße Erde gepflanzt. Danach habe ich tüchtig Wasser dazugegeben. Soviel, bis das Wasser endlich in den trockenen Boden eingesickert ist. Nächsten Morgen standen alle Pflänzchen kerzengerade. Doch gegen Mittag änderte sich das schlagartig. Eine Pflanze nach der anderen lies die Blätter hängen, bis schließlich die ganzen Pflanzen auf dem Boden lagen. Tagelang habe ich dann mit ihnen gekämpft. Habe sie gegossen und aufgerichtet. Habe nach dem Gießen die Erde von den schlaffen Blättchen entfernt. Ich hoffe, dass sie nun über den Berg sind und in ein paar Wochen in gelb und orange leuchten. Ihr Start war wahrlich nicht einfach. Durststrecke, weil das Wasser gefehlt hat, das so lebensnotwendig ist.

Der Sommer hat begonnen. Heiße und trockene Tage und Wochen gehören seit einigen Jahren auch in unseren Breiten dazu. Nicht allen Menschen gefällt das. Auch so manche Tiere und Pflanzen leiden unter den neuen Klimabedingungen. Und es deutet sich an, dass andere, klimaresistente Arten sich durchsetzen werden. Solche, die bei Durst und Wassermangel eben nicht gleich auf der Strecke bleiben. Die sich durchsetzen können, weil sie sich anpassen können. Es wird ganz sicher auch wieder Wald um unsere Dörfer geben, aber er wird anders sein und wir werden ihn genau so lieben. Waldlose Durststrecken wollen ertragen sein. 

Endlich Sommer – so mancher macht sich auf den Weg in den wohlverdienten Urlaub. Vielleicht auch in die Berge. Faszination pur für viele. Berge wollen erklommen werden, denken wir. Und so machen wir uns auf den Weg zu den Gipfeln mit guter Bergausrüstung und einem Rucksack auf den Rücken, um für so mache Eventualitäten gerüstet zu sein. Steil geht der schmale Pfad nach oben. Schritt für Schritt. Stunde um Stunde. Längst ist die Wasserflasche leer. Die Sonne brennt. Das Ziel liegt vor Augen, aber irgendwie immer noch weit entfernt. Werde ich es schaffen? Reicht meine Kraft? Wird das Wetter halten, oder wird mich ein Wetterumschwung zur Umkehr zwingen? Manchmal habe ich mein Ziel wirklich nicht erreicht. Erst im darauffolgenden Jahr war es mir vergönnt, den Weg ganz bis zum Ende zu gehen. Und am Ziel angekommen war ich körperlich ausgelaugt. Es war auch eine Durststrecke, aber ich war unendlich glücklich und dankbar für das erreichte.

Der Monatsspruch für Juli beschreibt auch so eine Durststrecke. Er stammt aus dem 42. Psalm. Der Psalmbeter ist in großer Not. Überall lauern ihm Feinde auf, die ihm drohen, die ihn verspotten, die ihm nichts Gutes gönnen. Er erhofft keine Hilfe mehr von Menschen. Es scheint, alles habe sich gegen ihn verschworen. Ihm bleibt die Erinnerung an ferne Zeiten, als er mit all den anderen fröhliche Gottesdienste gefeiert hat. Da war es leicht, Gott zu loben und zu danken. Da war das Leben ein Kinderspiel. Aber das Leben hatte anderes vor mit ihm. Ganz allein und isoliert von den Glaubensgeschwistern muss er seinem Leben einen Sinn geben. Ihm bleibt nur auf den zu Vertrauen, der ihn schon sein ganzes Leben lang begleitet hat. Er schreit es Gott förmlich entgegen. Sein Durst, sein Verlangen nach dem lebendigen Gott ist für ihn lebensnotwendig geworden. Und so betet und bittet er um eine Gotteserfahrung.

Brauchen wir heute auch Gotteserfahrungen? Und wie kann das funktionieren? Haben wir nicht alle öfter eine Durststrecke? Und was tun wir dann, damit unser schlimmer Durst gelöscht wird?

Durst ist nur schwer über eine längere Zeit auszuhalten. Deshalb tun wir etwas dagegen. Nur was können wir tun, wenn der Durst nicht auf das körperliche Wohlbefinden zielt, sondern wenn unsere Seele leidet? Wenn unsere Ressourcen aufgebraucht sind, wenn unsere Lebensstimmung ihren Tiefpunkt erreicht hat? Wenn die Kraft zu Ende und jegliche Motivation für irgendeine Änderung dahin ist?

Dann ist es gut, wenn ich nicht allein auf meine Fähigkeiten und meinen Willen setze, sondern, dass ich Gott alle meine Sorgen und Probleme anvertraue. Wieder und wieder. Der Psalmbeter hat das auch getan und er hat uns einen wertvollen Hinweis mitgegeben: „Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und min Gott ist.“

Vor Gott alle Sorgen und Probleme bringen. Und mit dem Vertrauen in den lebendigen Gott, dass bei ihm aufgehoben ist, was uns betrübt und bedrückt den Weg weiter gehen. Was dann geschieht, ist Gottes Wille. Und wer Gottes Wille akzeptieren kann, der macht eine Gotteserfahrung. Aus dieser Erfahrung werde ich gestärkt heraus gehen. Mein Durst wird weiter da sein, aber ich weiß, wie ich ihn stillen kann.

Ich wünsche Ihnen und euch eine gesegnete Sommerzeit mit vielen guten Glaubenserfahrungen.

Eure Uta Baumfelder

Gedanken zur Monatslosung Mai 2022

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht.
3. Johannes 2

Liebe Schwestern und Brüder,

erinnert Ihr Euch noch? Wie jedes Jahr starteten wohl die meisten von uns mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Der eine wollte nach mehr als 20 Jahren endlich mit dem Rauchen aufhören. Der nächste hat sich vorgenommen, mehr Sport zu treiben oder sich sogar im Fitnessstudio anzumelden. Wieder ein anderer hatte den festen Willen, die 10 Kilo-gramm, die in den letzten Monaten des Lockdowns und Homeoffices dazugekommen sind, bis zum Sommer wieder abzutrainieren. Auch in der Fastenzeit vor Ostern haben sich viele Verzicht und gute Absichten vorgenommen, z.B. verzichteten einige wieder auf Alkohol oder Süßigkeiten.

Ihr merkt, da ging es bei den meisten in erster Linie um körperliche Dinge, die man an sich ändern wollte. Diese Dinge sind auch wichtig, damit man gesund bleibt.

Aber reicht das? Oder brauchen wir, damit es uns, wie wir es im Spruch für den Monat Mai lesen, „wohl ergeht“, mehr? Mehr als körperliche Fitness, mehr als gesunde Ernährung?

Der Schreiber zeigt uns einen wichtigen Punkt auf, der leider oft vernachlässigt wird – seelisches Wohlergehen.

Dabei ist das sehr wichtig. Manch einer merkt es leider erst, dass es seiner Seele nicht gut geht, wenn auch der Körper rebelliert. Wenn wir keinen ruhigen Schlaf mehr finden, den ganzen Tag unter Strom stehen und gar nicht mehr „runter kommen“. Selbst dann sucht man dann erst einmal nach anderen Ursachen und Lösungen. „Wenn ich nur mehr Sport mache, dann geht das wieder vorbei“. Die eigentliche Ursache ist damit aber nicht behoben.

In einem bekannten Spruch heißt es „in einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist.“ So kennen wir ihn zumindest. Ursprünglich geht die Redewendung aber wie folgt:

„orandum est, ut sit mens sana in corpore sano“. Auf Deutsch heißt das, man sollte darum beten, dass sich ein gesunder Geist mit einem gesunden Körper verbinden möge. Es heißt also eben nicht, dass nur in einem gesunden Körper eine gesunde Seele sich befinden kann, sondern dass es wichtig ist, so wie es Johannes seinem Freund Gaius schon schreibt, dass es beidem gut geht – Leib und Seele.

Da scheint auch etwas dran zu sein. Denn wir merken, wir können noch so viel Sport machen, uns gesund ernähren, an der frischen Luft spazieren gehen. Wenn es unserer Seele nicht gut geht, dann geht es auch unserem Körper nicht gut. Dann helfen auch die teuersten Nahrungsergänzungsmittel, Cremes oder Shakes nichts.

Der Mai bietet uns ganz viele Möglichkeiten, für beides, den Körper UND die Seele etwas zu tun. Wer sagt uns eigentlich, dass wir uns nur am Jahresanfang Vorsätze nehmen sollten? Wie wäre es denn mit guten Vorsätzen für den Mai?

Sie könnten wie folgt aussehen:

Bei einem Spaziergang in der Natur können wir jetzt den Kreislauf in Schwung bringen und mit unseren Augen ganz viel entdecken, was im Alltag oft untergeht. Gottes wunderbare Schöpfung einfach wahrnehmen und genießen.

Oder bei einer Tasse Tee oder Kaffee in einem Buch mal wieder lesen. Die Seele baumeln lassen. Vielleicht sogar im Buch der Bücher, der Bibel.

Oder bei einem Sonntagsausflug mal wieder eine Kirche besuchen und dort zur Ruhe kommen.

Durch solche Dinge kann der Wunsch des Johannes dann hoffentlich Wirklichkeit werden – dass es uns in JEDER Hinsicht gut geht.

In dieser Hoffnung wünsche ich uns allen einen gesegneten Mai.

Ihre Manuela Schmidt

Gedanken zum Monatsspruch April 2022

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

Dieser Morgen ist anders als alle anderen. Nichts ist so, wie das schon immer ablief. Es ist so, als würde alles auf null gestellt werden und von vorn anfangen…

Marias Haus steht in Magdala. Dort unten an dem wunderschönen See. So groß, dass er wie ein Binnenmeer erscheint. So unendlich wichtig, weil die Männer mit dem Fisch ihre Familien ernähren. Arm sind sie alle eigentlich nicht. Und es lässt sich gut leben dort. Besonders jetzt, wo der kalte Winter zu Ende ist und alles ringsumher herrlich zu leben und zu wachsen beginnt. Man möchte zufrieden am liebsten die Hände in den Schoß legen und einfach nur träumen…

Maria hat aber für alle diese Dinge keine Verwendung. Sie hatte nach dem Mann gesucht, von dem alle hier in Galiläa schwärmten. Von dem so viel Wundervolles berichtet wird. Der so viele Leute um sich geschart hat und dem zuzuhören so hilfreich und labend ist. Sie hat ihn gefunden und es war von Anfang an eine seltsame Verbindung zwischen ihnen. Für ihn hat sie ihr Haus am See Genezareth verlassen und ist mit den Männern und Frauen durch Galiläa gezogen. Von Ort zu Ort, ohne feste Bleibe. Ohne zu wissen, was der nächste Tag bringt. Maria hat erlebt, wie ihr Meister blinde Menschen wieder sehend macht; wie Leute, die ihre Beine nicht mehr benutzen konnten, plötzlich wie junge Tiere umhersprangen. Jeden Tag kamen Kranke, Arme, Hilfesuchende, Ausgestoßene zu ihnen und Jesus hatte für sie alle ein freundliches Wort, heilte, töstete, richtete auf, kümmerte sich. Und wenn sie endlich einmal zur Ruhe gekommen waren, dann begann der Meister Geschichten zu erzählen. Er erzählte ihnen, wie Gott zu verstehen ist. Er sprach von Gott als seinem und unseren liebenden Vater. Er lud sie immer wieder ein, sich mit Leib und Seele auf Gott zu vertrauen. Jesus liebte die Menschen und er wollte seine Liebe so groß machen, dass alle sie nicht nur spüren, sondern weiter geben können.

Jesus nannte das das Reich Gottes.

Maria kam ihrem Meister sehr nahe. Sie waren wie zwei Vertraute. Sie ergänzten sich gegenseitig. Jesus lernte die weiblichen Seiten des Menschen kennen und Maria eignete sich die männlichen Seiten an. Wie zwei Seelenverwandte konnten sie voneinander profitieren.

So zog die ganze Schar der Jünger hinauf nach Jerusalem zum Passahfest. Auf den jubelnden Empfang folgte sehr bald Ernüchterung. Der Neid auf den Mann aus Nazareth war zu groß und jetzt, wo man ihn endlich in der Stadt hatte, wollten weltliche und religiöse Mächte die Sache zu Ende bringen. Jesu Tod war beschlossen.

Am Freitag vor dem Passahfest kreuzigten sie ihn wie einen Verbrecher. Die Nacht brach über Golgatha herein. Die Jünger flohen vor Angst und Entsetzen. Maria von Magdala stand nur mit ein paar Frauen und Johannes bis zum Schluss unten am Kreuz. Sie alle litten die furchtbaren Schmerzen ihres Meisters mit. Es war kaum zu ertragen und nicht zu erklären, wie sie das ausgehalten haben.

Am übernächsten Morgen geht Maria ganz früh zum Grab. Es ist noch dunkel. Sie möchte allein sein und beten. Doch der schwere Stein vorm Grab ist weggerollt. Marias Herz schlägt bis zum Hals. In Windeseile rennt sie zu den Jüngern. Petrus macht sich sogleich auf und findet das Grab ebenso offen und leer und gehen wieder nach Hause. Maria aber bleibt. Der Schock hat sie wie gelähmt. Nun ist der Leichnam ihres Meisters auch noch verschwunden. Tränen rinnen ihr über das Gesicht. Leer fühlt sie sich und völlig hilflos. Doch dann schaut sie noch einmal in das Grab und sieht zwei Engel. Die sprechen mit ihr und dann steht plötzlich ein Mann hinter ihr. Verwirrt und schockiert fährt sie ihn an. Das muss der Friedhofsgärtner sein, der so früh am Morgen hier vorbeischaut. Hätte der nicht besser aufpassen können? Die Grabräuber hätten doch nicht so ein leichtes Spiel haben dürfen.

Der vermeintliche Gärtner schaut Maria an und sagt in sanften Ton: Maria!

Wie ein starker Stromstoß trifft das eine Wort. Wie Blitze zuckt es durch Marias Körper. War das eine Sinnestäuschung?  Nein, da steht er wirklich. Er ist es. Es gibt keinen Zweifel. Voller inniger Liebe sagt sie: Rabbuni, mein Meister!

Jesus lebt. Er ist vom Tode auferstanden.

Geh und verkündige, sagt Jesus, was du gesehen hast. Es ist die Wahrheit. Ich werde zum Vater gehen, zu meinem und zu eurem und alles, was ich euch erzählt habe, wird sich bewahrheiten.

In der Hoffnung, dass die restliche Passionszeit für Sie eine gute Zeit wird und dass Sie ein fröhliches und frohmachendes Osterfest feiern können, grüße ich Sie und wünsche Ihnen Gottes Segen.

Ihre Uta Baumfelder

Gedanken zum Monatsspruch Februar 2022

Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.
Epheser 4,26

Liebe Schwestern und Brüder,

wie oft geht es einem so, dass man sich über etwas aufregt? Ob es nun ganz aktuell Entscheidungen unserer Regierung sind, Gesetzesänderungen zu unserem Nachteil oder die Einführung von neuen Steuern.

Das sind dann meist die Dinge, über die wir uns innerlich ärgern, dann vor uns dahin brummeln noch einige Zeit und dann irgendwann es aufgeben. Weil wir ja tief in uns drin wissen, dass wir konkret daran nichts ändern können.

Seien wir ehrlich, dieses „erst mal drüber aufregen“ musste schon sein. Sonst wären wir gefühlt geplatzt vor innerer Anspannung.

Dann gibt es aber ja auch noch den Streit und Ärger mit einem Gegenüber. Ob nun Eltern mit ihrem Kind – oder umgekehrt. Partner untereinander. Nachbarn. Freunde. Bekannte. Meist sind es da dann Dinge, deren Ursache uns doch sehr nahe geht. Wo im ersten Moment, im ersten Impuls, dann sicherlich auch Worte fallen, die wir im Nachhinein bereuen.

Es tut uns dann ja meist gleich danach von Herzen leid, das wir sie so gesagt haben. Meist lässt sich das Ganze Gott sei Dank durch ein klärendes Gespräch wieder lösen. Der Andere versteht, warum wir so reagiert haben.

Aber warum kommt es nur eigentlich immer erst so weit? Kann man das denn nicht irgendwie anders machen? Genial wäre doch, wenn wir Jemand an unserer Seite hätten, der uns schon von vornherein abhält. Leider haben wir den aber nie da, wenn wir ihn am Meisten bräuchten.

Einen Rat möchte uns der Schreiber des Monatsspruches geben. Genau genommen nicht nur einen, sondern sogar zwei.

Fangen wir mit dem ersten an: „Zürnt ihr, so sündigt nicht“ schreibt er an die Gemeinde in Ephesus. Mit dem Sündigen meint er aber nicht Das, was Viele von uns als Sünde verstehen.

Sondern Paulus meint die Entfremdung von Gott. Das wir Gott keinen Platz mehr in unserem Leben einräumen und uns auch nicht mehr fragen, ob unser Handeln dem entspricht, was einem Leben als Christ entspricht.

Wir sollen also, bevor wir unserem Gegenüber böse Worte sagen, erst einmal kurz innehalten und vielleicht auch kurz mit Gott reden. Uns überlegen, was in seinem Sinne wäre.

Das klingt jetzt ganz hochtrabend. Aber es kann in der eigentlichen Situation eben auch helfen. Das wir nicht gleich auch uns herauspusten, was uns bewegt, sondern uns Zeit lassen. Uns sammeln. Die Situation überdenken.

Vielleicht auch erst einmal unser Gegenüber zu Wort kommen lassen.

Als Zweites sagt er: „lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen“. Ich denke, damit spricht er etwas an, was Viele von uns kennen. Man hatte sich irgendwann im Laufe des Tages über etwas aufgeregt, meist war es nur eine Kleinigkeit und schnell wieder vergessen. Aber dann, wenn wir schlafen wollen, kommt es wieder hoch. Der Gedanke an das Erlebte raubt uns den Schlaf oder verfolgt uns in unseren Träumen.

Deshalb ist es wichtig, dass wir, wenn wir mit einem uns nahen Menschen einen Streit haben, noch vorm Zubettgehen versuchen, ein klärendes Gespräch zu führen oder wenn wir uns über etwas aufgeregt haben, dies vor dem Einschlafen uns nochmal ins Gedächtnis zu rufen und dann z.B. in einem Gebet vor Gott zu bringen. Damit wieder Frieden in uns einkehren kann.

Ich wünsche uns Allen einen friedvollen Februar,

Manuela Schmidt